Politik

Verletzung von Waffenstillstand Moskau: Aserbaidschan bricht Abkommen in Berg-Karabach

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Im Herbst 2020 wurden während der Gefechte um Berg-Karabach mehr als 6500 Menschen getötet.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Seit Jahrzehnten streiten Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach. Trotz des Waffenstillstands von 2020 kommt es wiederholt zu Gefechten. Dazu äußert sich wegen eines mutmaßlichen Drohnenangriffs auf Armenien nun erstmals auch Russland - und kündigt Friedenstruppen an.

Russland hat Aserbaidschan eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens mit Armenien im Konflikt um die Region Berg-Karabach vorgeworfen. Die Streitkräfte Aserbaidschans hätten die Vereinbarung am Donnerstag und Freitag verletzt, "indem sie in das Gebiet unter Kontrolle der russischen Friedenstruppen in Berg-Karabach eingedrungen sind", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Die Behörden Karabachs meldeten drei Tote nach einem Drohnenangriff.

Die aserbaidschanischen Streitkräfte hätten einen Beobachtungsposten eingerichtet, zudem habe es "vier Angriffe mit Drohnen" in der Nähe der Ortschaft Farukh gegeben, hieß es weiter. Die russischen Friedenstruppen würden nun "Maßnahmen zur Lösung der Situation" ergreifen. Der Kreml teilte mit, dass der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan und Putin am Freitag zweimal über die Lage in Karabach gesprochen hätten.

Die Behörden Karabachs meldeten unterdessen drei Tote und 15 Verletzte bei einem aserbaidschanischen Drohnenangriff. Bereits am Freitag hatten die Behörden den Tod von zwei Soldaten bekannt gegeben, die von aserbaidschanischen Streitkräften angegriffen worden sein sollen.

Aserbaidschan: "Gegen keine Klausel" verstoßen

In Baku "bedauerte" das aserbaidschanische Verteidigungsministerium die russische Erklärung, "die nicht die Wahrheit widerspiegelt und nur einen einzigen Standpunkt einnimmt". Es versicherte, dass "Aserbaidschan gegen keine Klausel" des Waffenstillstandsabkommens verstoßen habe.

Armenien und Aserbaidschan streiten sich seit Jahrzehnten um die Kontrolle über die Region Berg-Karabach. Im Herbst 2020 hatten sie sich wochenlang heftige Kämpfe geliefert, mehr als 6500 Menschen wurden dabei getötet. Die Gefechte endeten im November 2020 mit einer Waffenstillstandsvereinbarung. Seitdem kam es immer wieder zu vereinzelten Gefechten mit Toten und Verletzten. Moskau hat jedoch bislang noch nie eine Verletzung des Waffenstillstands beklagt.

Nach den sechswöchigen Kämpfen um Berg-Karabach hatte Armenien gemäß der Waffenstillstandsvereinbarung große Gebiete an Aserbaidschan abtreten müssen, die es jahrzehntelang kontrolliert hatte. Viele Armenier sehen darin eine nationale Demütigung. In Aserbaidschan wird der Ausgang des Konflikts als Triumph gesehen.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

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