Politik

Nukleares Material verschwiegenIAEA: Assad-Regime baute geheimen Atomreaktor

01.09.2026, 22:23 Uhr
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Eine Luftaufnahme zeigt einen Gebäudekomplex 450 Kilometer nordöstlich von Damaskus in der Region Deir Essor. Israel hat 2018 offiziell den Angriff seiner Luftwaffe auf einen mutmaßlichen syrischen Atomreaktor im Jahre 2007 bestätigt. Archivbild. (Foto: dpa/picture alliance)

In Syrien wurde unter dem ehemaligen Assad Regime ein geheimer Atomreaktor gebaut. Das teilt nun die Internationalen Atomenergiebehörde mit. Bereits Mitte August fanden die UN-Atomwächter tonnenweise Uran an geheimen Standorten in Syrien.

Die frühere syrische Führung unter Baschar al-Assad hat nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) an einem Atomreaktor gebaut und das Projekt nicht bekannt gemacht. Die früheren Behörden hätten nukleares Material, Einrichtungen und Aktivitäten nicht gemeldet, darunter "einen im Bau befindlichen Atomreaktor" am Standort Deir Essor, heißt es in einem vertraulichen IAEA-Bericht.

Dort inzwischen freigelegte Kühlanlagen stimmten mit denen eines Atomreaktors überein, erklärte die IAEA. Die Behörde entdeckte demnach zudem eine Anlage zur Herstellung von Kernbrennstoff für den Reaktor sowie Uranabfälle. Sie werde die Aktivitäten in Deir Essor weiter beobachten, während die Ausgrabungen dort fortschritten.

Geheimes Reaktorprojekt

An einem weiteren zuvor nicht gemeldeten Standort hatten UN-Atomwächter große Mengen an lange geheimgehaltenen Uran-Beständen aus der Regierungszeit Assads sichergestellt. Wie IAEA-Chef Rafael Grossi in einem nicht öffentlichen Bericht in Wien festhielt, handelte es sich um 73 Tonnen, davon rund 55 Tonnen Brennstäbe für ein geheimes Reaktorprojekt.

Grossi begrüßte in dem neuen Bericht die "Transparenz und Zusammenarbeit" der syrischen Behörden. Damaskus habe inzwischen die erforderlichen Angaben zu Nuklearmaterial und Anlagen nachgereicht. 2007 hatte Israel nach eigenen Angaben mit Luftangriffen einen im Bau befindlichen Atomreaktor in Al-Kibar in der ostsyrischen Region Deir Essor zerstört.

Die Assad-Regierung bestritt, dass es sich um eine Atomanlage gehandelt hatte. Die IAEA war bislang davon ausgegangen, dass dort "sehr wahrscheinlich" ein Reaktor gebaut werden sollte. Die Herrschaft von Baschar al-Assad beendeten nach gut 13 Jahren Bürgerkrieg islamistische Milizen unter Führung von Ahmed al-Scharaa. Al-Scharaa bestimmt seither die Geschicke des Landes - derzeit als Übergangspräsident.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP/dpa

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