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Weiteres Anschlagsopfer gestorben Atatürk-Attentäter folgten perfidem Zeitplan

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Polizeibeamte sichern kurz nach dem Anschlag den Eingangsbereich des Atatürk-Flughafens.

(Foto: AP)

Nach den Anschlägen am Istanbuler Flughafen steigt die Zahl der Opfer auf 42 - zugleich kommen mehr Details zum Ablauf ans Licht. Offenbar passierte einer der Attentäter doch die Sicherheitsschleuse. Ein anderer setzte auf die Panikreaktion der Menschen.

Nach dem verheerenden Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul ist die Zahl der Opfer auf 42 gestiegen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Eine 22-jährige Flughafenmitarbeiterin sei am Abend in einem Krankenhaus in der türkischen Metropole ihren schweren Verletzungen erlegen, wie es hieß. Derweil verdichten sich die Informationen, wonach es einer der Attentäter doch geschafft hat, durch die Sicherheitsschleuse in die Abflughalle des Internationalen Terminals einzudringen. Dies war zuvor dementiert worden.

Offenbar verfolgten die Terroristen einen genauen Ablaufplan. Nur weil sich der erste Attentäter im Eingangsbereich in die Luft gesprengt und damit Chaos ausgelöst habe, konnte der zweite Angreifer ins Gebäude gelangen und seinen Sprengsatz in der Abflughalle im ersten Stock zünden, hieß es aus Regierungskreisen. Der dritte Attentäter habe sich anschließend draußen vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Offenbar wollte er vor allem die aus dem Flughafen fliehenden Menschen mit in den Tod reißen.

Nichtsdestotrotz sieht die türkische Regierung keine Versäumnisse bei der Sicherheit. "Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein", sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Er hatte bereits zuvor erklärt, dass erste Hinweise auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Urheber des Anschlags hindeuteten. Auch für CIA-Chef John Brennan trage die Attacke "zweifellos die Handschrift der Verderbtheit des IS". Es war bereits der vierte schwere Anschlag in Istanbul seit Jahresbeginn.

Erdogan: Attentäter sind "keine Muslime"

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan erklärte unterdessen bei einem offiziellen Fastenbrechen am Abend, sein Land werde Terrorgruppen wie den IS und kurdische Untergrundgruppen bezwingen. "Weder die PKK noch die DHKP-C [Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front, Anm. d. Red.] oder der IS werden die Türkei vom Erreichen ihrer Ziele abhalten", so Erdogan in seiner Rede. Die Attentäter vom Atatürk-Flughafen seien "keine Muslime" gewesen und hätten sich "ihren Platz in der Hölle" gesichert.

Erdogan dankte ausdrücklich dem US-Präsidenten Barack Obama und Kreml-Chef Wladimir Putin für ihre Anteilnahme. Beide hatten in persönlichen Telefonaten mit Ankara ihre Solidarität bekundet. "Dieser Angriff zeigt, wie aktuell Aufrufe sind, gemeinsam den Terror zu bekämpfen", sagte Putin laut seinem Sprecher Dmitri Peskow. Obama bot der Türkei zudem Unterstützung bei der Aufklärung der Anschlagsserie an.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/AFP

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