Politik

China ist "sehr besorgt" Atom-U-Boot der USA kollidiert mit Objekt

imago0080376862h.jpg

Die "USS Connecticut" wird als Jagd-U-Boot eingesetzt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Bei einer Fahrt durch internationale Gewässer stößt ein Atom-U-Boot der US-Marine mit einem unbekannten Objekt zusammen. Rund ein Dutzend Besatzungsmitglieder werden verletzt. Der Vorfall ereignet sich im Südchinesischen Meer. China zeigt sich besorgt - und macht den USA gleichzeitig Vorwürfe.

Beim Zusammenstoß mit einem unbekannten Objekt im Indopazifik ist ein Atom-U-Boot der US-Streitkräfte beschädigt worden. Wie die US-Pazifik-Flotte am Donnerstag (Ortszeit) in einer knappen Erklärung mitteilte, ereignete sich der Unfall der "USS Connecticut" bereits am Samstag "in internationalen Gewässern in der Indopazifik-Region". Laut US-Medien soll es sich dabei um das Südchinesische Meer handeln. China reagierte bereits auf den Vorfall - und kritisierte die USA.

In Medienberichten hieß es unter Berufung auf die Navy, bei dem Unfall seien zwei Seeleute mittelschwer verletzt worden und etwa neun andere hätten Prellungen sowie Schnittwunden erlitten. Der Atomantrieb der "USS Connecticut" sei nicht beeinträchtigt worden und sei weiter voll funktionsfähig, teilte die Marine mit. "Das U-Boot befindet sich weiterhin in einem sicheren und stabilen Zustand." Das Ausmaß der Schäden am Rest des Jagd-U-Bootes der Seawolf-Klasse werde nun ermittelt. Zudem werde der Zwischenfall untersucht. Ursache des Zusammenstoßes könnte laut US-Medien ein versunkenes Schiff oder ein Container gewesen sein.

China zeigte sich in einer ersten Reaktion "sehr besorgt" über den Unfall. Der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, forderte die USA auf, den genauen Ort und Details des Zwischenfalls sowie den Zweck der Fahrt offenzulegen. Auch müsse geklärt werden, ob es ein nukleares Leck gegeben habe und die Umwelt geschädigt worden sei. Der Sprecher übte zudem schwere Kritik an den USA, die im Südchinesischen Meer unter dem Banner der freien Schifffahrt "Wellen machen". "Das ist die Ursache dieses Zwischenfalls." Die USA gefährdeten Frieden und Stabilität in der Region. Er warf den USA auch vor, den Unfall zu vertuschen und nicht transparent zu agieren.

Der Zwischenfall zeige auch, dass der geplante Verkauf eines Atom-U-Bootes durch die USA an Australien die regionalen Sicherheitsrisiken verstärken dürften. China beansprucht einen Großteil des Südchinesischen Meeres zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies 2016 die Ansprüche Chinas zurück, was Peking ignoriert. Mit dem Einsatz von Marineschiffen treten die USA in dem Gebiet demonstrativ für die Freiheit der Seeschifffahrt ein, was für Spannungen mit Peking sorgt.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Washington "sehr besorgt" über die jüngsten Militäraktionen Pekings gegenüber Taiwan geäußert. Das Eindringen chinesischer Militärflugzeuge in die Identifikationszone zur Luftverteidigung (ADIZ) Taiwans sei "destabilisierend, riskiert Fehlkalkulationen und untergräbt Frieden und Stabilität in der Region", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price, am vergangenen Wochenende.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen