Politik

Muster für Deutschland-Depot? Atomfonds verdient "richtig Geld"

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Das Atomkraftwerk Biblis wird inzwischen zurückgebaut.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Mit 24 Milliarden Euro haben sich die Energiekonzerne von der Entsorgung ihres radioaktiven Mülls freigekauft. Und das Geld vermehrt sich. Inzwischen sind 500 Millionen Euro dazugekommen. Das sorgt für Interesse in der Politik. Etwa bei der Kommission für eine Rentenreform.

Der deutsche Staatsfonds für die Atommüllentsorgung liegt nach zwei Jahren einem Zeitungsbericht zufolge deutlich im Plus. "Auch im Niedrigzinsumfeld haben wir richtig Geld verdient", sagte Anja Mikus, Vorstandsvorsitzende des "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung" (Kenfo) der "Welt am Sonntag". Demnach hat der Kenfo 11,3 Milliarden Euro angelegt - und nach Abzug sämtlicher Kosten 0,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Im Sommer 2017 hatten die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke 24,1 Milliarden Euro an den Staat überwiesen, die in den ersten deutschen Staatsfonds flossen. Mikus traut dem noch jungen Fonds zu, dass er zum Vorbild für weitere deutsche Staatsfonds wird. "Der Kenfo hat eine Struktur geschaffen, die Orientierung geben könnte für andere Fonds des deutschen Staates", sagte sie der Zeitung. Seit Längerem wird diskutiert, ob sich ein Staatsfonds auch für andere staatliche Ziele, etwa zur Förderung der Infrastruktur oder der Altersvorsorge, lohnen könnte.

Die Bundesregierung ist offen dafür. Man verfolge diese mit Interesse und stehe hierzu im üblichen Austausch mit der Wissenschaft, teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage mit. Das Wirtschaftsministerium verwies auf die Frage, ob der Kenfo weiteren Staatsfonds als Plattform dienen könne, etwa im Bereich Altersvorsorge, auf die laufenden Beratungen der Rentenkommission. Die hat den Auftrag, bis März nächsten Jahres ein Konzept für die Alterssicherung in Deutschland ab dem Jahr 2025 zu finden.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ