"Sache des iranischen Volkes"Vance schließt US-Umsturz des iranischen Regimes aus

Seit Dezember protestieren die Menschen im Iran gegen ihre Regierung. Die USA drohen der iranischen Führung zwischenzeitlich mit einem Militäreinsatz, nun verhandeln sie jedoch ein Atom-Abkommen. US-Vizepräsident Vance macht die Hoffnungen der Demonstranten zunichte.
Die Vereinigten Staaten sind nach Aussage von US-Vizepräsident JD Vance mehr an einem Atomdeal mit dem Iran interessiert als an einem Umsturz der Führung in Teheran. "Wenn das iranische Volk das Regime stürzen will, ist das Sache des iranischen Volkes", sagte er vor mitreisenden Journalisten in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Der Fokus der Regierung von US-Präsident Donald Trump liege derzeit darauf, "dass der Iran keine Atomwaffen besitzen darf".
Am Vortag hatte Trump laut einem Medienbericht erwogen, einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu senden. "Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen", sagte der Republikaner in einem Interview mit dem Onlineportal "Axios". Die Drohung diente jedoch weniger der Unterstützung der Protestierenden als vielmehr dem Ziel, Druck für einen positiven Atomwaffen-Deal auszuüben.
Seit Dezember gehen landesweit Hunderttausende Menschen infolge der Wirtschaftskrise auf die Straße und protestieren gegen die Regierung. Schätzungen zufolge wurden bereits mehr als 10.000 Menschen von den Revolutionsgarden getötet, weshalb die Demonstranten Trump um Hilfe baten. Der US-Präsident hatte daher zwischenzeitig mit einem Militäreinsatz gedroht.
Vance erläuterte, dass Trump weiterhin daran arbeite, ein Abkommen mit dem Iran zu erzielen. Im Klartext bedeutet dies, dass Teheran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Vance betonte, dass Trump dennoch weiterhin alle Optionen bereitstünden, und verwies dabei auch auf das US-Militär.
Netanjahu wegen Iran-Deal in Washington
Vergangenen Freitag hatten Vertreter aus Teheran und Washington unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Oman neu verhandelt. Bisher ist es nicht zu einer Einigung gekommen. Trump hatte zwar die Fortsetzung der Verhandlungen in Aussicht gestellt, ein genauer Termin steht jedoch noch aus. Um dem Nachdruck zu verleihen, ist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Washington gereist.
Israel sieht in Irans Atom- und Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung. Gemeinsam mit den USA erwarten sie, dass die Islamische Republik nicht nur ihr umstrittenes Atomprogramm begrenzt, sondern auch sein Arsenal an Raketen und seine bisherige Unterstützung von Verbündeten in der Region herunterfährt - etwa die Huthi im Jemen oder die Hisbollah. Teheran will bisher nur über das Atomprogramm verhandeln.