Politik

Kritik in Sachsen-Anhalt Auf CDU-Wahllisten kaum Frauen vertreten

214700108.jpg

Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer war die einzige Frau unter acht Männern auf der Liste zur Bundestagswahl.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf der Liste zur Bundestagswahl findet sich bei der CDU Sachsen-Anhalt neben acht Männern eine Frau. Unter den ersten zehn Plätzen auf der Landtagswahlliste ebenfalls: eine einzige Frau. Kritik kommt aus der eigenen Partei. Dies sei ein "Armutszeugnis in Sachen Gleichstellung".

Männerdominierte Wahllisten haben der CDU Sachsen-Anhalt viel Kritik eingebracht - auch aus den eigenen Reihen. Schleswig-Holsteins CDU-Bildungsministerin Karin Prien schrieb auf Twitter, die Landesliste der Parteifreunde in Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl mit nur einer Frau auf den ersten neun Plätzen sei "kein Grund sich auf die Brust zu trommeln, sondern ein Armutszeugnis in Sachen Gleichstellung".

Ein Parteitag hatte am Samstag über die Wahllisten zur Bundestagswahl und zur Landtagswahl entschieden. Auf der Liste zur Bundestagswahl finden sich acht Männer und eine Frau, auf der Liste zur Landtagswahl nur eine Frau auf den ersten zehn Plätzen. Platz eins auf der Liste zur Bundestagswahl ging an die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer.

Ministerpräsident Reiner Haseloff wurde zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Juni gewählt. Haseloff ist seit 2011 Regierungschef in Sachsen-Anhalt, seit 2016 steht er an der Spitze einer schwarz-rot-grünen Landesregierung. Im vergangenen Herbst verkündete er, noch einmal als Spitzenkandidat bei der Wahl am 6. Juni anzutreten.

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz nannte die Listen "krass". Solche "reinen Männerlisten" müssten öffentlich kritisiert werden und seien ein Argument dafür, "dass die CDU endlich eine Quote für Frauen einführt", twitterte Polenz. Am Sonntag verwies er auf den Landesverband der CDU Rheinland-Pfalz. Dort kandidieren auf den ersten zehn Plätzen zur Landtagswahl fünf Frauen.

Schon vor den Listenwahlen am Samstag hatte es scharfe Kritik an der Unausgewogenheit der Vorschläge des Landesvorstandes gegeben, unter anderem von der Bundesvorsitzenden der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz. Auch die Landesvorsitzende des CDU-Frauenverbandes, Sabine Wölfer, hatte sich für eine ausgeglichenere Liste stark gemacht. Auf dem Parteitag in Dessau-Roßlau scheiterte Wölfer selbst mit einer Bewerbung für Platz zehn auf der Liste zur Bundestagswahl, der letztlich gar nicht besetzt wurde.

Quelle: ntv.de, chf/dpa