Politik

"Böse Menschen" und "viel Blut" Augenzeugen schildern London-Attacke

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Handy-Aufnahmen aus einem Pub zeigen Polizisten, die sich um die verängstigten Menschen kümmern.

(Foto: REUTERS)

Zahlreiche Menschen flanieren am Samstag-Abend über die London Bridge oder verfolgen das Champions-League-Finale in den Kneipen von Borough Market. Sie erleben die Terrorattacke hautnah mit.

Die Terroristen wählen die von Nachtschwärmern bevölkerte London Bridge und das beliebte Ausgehviertel Borough Market als Ziel für ihren Anschlag. Sie rasen zunächst mit einem Van in die Menge und machen anschließend mit Messern regelrecht Jagd auf Menschen.

Zahlreiche Personen wurden Zeugen der brutalen Angriffe. Viele hatten zuvor in Pubs und Restaurant das Champions- League-Finale verfolgt. Gerard Vowls sagte dem "Guardian": "Ich sah einen Typen auf dem Boden liegen, der erstochen worden war." Er habe auch die drei Täter gesehen, die mit Messern ein Mädchen angriffen und einen weiteren Mann. "Sie fingen an, die Straße hinaufzulaufen und stachen auf den Türsteher ein."

Das Mädchen habe um Hilfe gerufen. Er habe Flaschen, Gläser und Stühle nach den Angreifern geworfen, um sie zu stoppen, "aber ich war wehrlos". Er habe lediglich einen der Täter am Kopf getroffen. Sie hätten ihn dann gejagt, aber er sei ihnen entkommen. Sie hätten wahllos mit den Messern auf Menschen eingestochen. "Böse, böse Menschen." Nach Angaben des Mannes rannten die drei Männer weiter und riefen dabei: "Das ist für Allah."  

Minuten voller Angst

Er würde gern wissen, ob das Mädchen überlebt habe, so Vowls. "Ich bin eineinhalb Stunden einfach nur umher gelaufen und habe geweint. Ich wusste nicht, was ich tun sollte." Über eine angegriffene Frau berichtete auch Alex, der gemeinsam mit Freunden in einem Pub war. Eine schwer verletzte Frau sei herein gekommen. "Sie blutete stark am Hals und aus dem Mund. Es schien mir und meinen Freunden, als wäre ihr die Kehle durchgeschnitten worden", sagte Alex dem "Guardian". 

Alex Martinez, der als Barkeeper am Borough Market arbeitet, versteckte sich nach Angaben des britischen "Telegraph" in einer Mülltonne, als ein Mann in das vollbesetzte Restaurant stürmte. "Ich sah diesen Mann mit einem Messer in der Hand, ein anderer Mann begann zu schreien." Er habe sofort gewusst, dass etwas Schlimmes passiert. Owen Evans befand sich in einer Kneipe, in die plötzlich sehr viele Menschen drängten. Er habe Schüsse gehört, aber sie hätten ganz unecht geklungen, "wie von einem Kind, das Feuerwerkskörper zündet". "In der Nähe riefen Menschen nach einem Sanitäter. Er verblutet, wir brauchen einen Arzt." Evans zufolge waren die Angestellten großartig, sie hätten die Tür verrammelt, sodass die Täter nicht eindringen konnten.

Der Sicherheitsmann Tim Hodge, der in einem Bürogebäude auf der Südseite der  London Bridge arbeitet, berichtete, er habe Menschen in Panik schreiend rennen sehen. "Sie waren total panisch und viele von ihnen waren betrunken, was sie noch hysterischer machte", zitiert die "New York Times" den 37-Jährigen.

Quelle: ntv.de, sba