Aus gesundheitlichen GründenLinken-Chef van Aken gibt sein Amt im Juni ab

Jan van Aken führt seit Oktober 2024 gemeinsam mit Ines Schwerdtner die Linkspartei. Im Juni endet seine Zeit als Parteichef. Der 64-Jährige kündigt seinen Rücktritt an - wegen einer Krankheit.
Jan van Aken gibt sein Amt als Co-Vorsitzender der Linken im Juni aus gesundheitlichen Gründen ab. Das teilte er in Berlin mit. Ursprünglich wollte sich der 64-Jährige gemeinsam mit seiner Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner beim Parteitag von 19. bis 21. Juni in Potsdam zur Wiederwahl stellen.
"Anders als bislang geplant, kann ich leider im Juni auf dem Bundesparteitag der Linken nicht wieder als Parteivorsitzender antreten", teilte er jetzt mit. "Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mein Amt im Juni niederlegen."
Es sei keine lebensbedrohliche Krankheit, und es bestehe kein Grund zu größerer Sorge. "Trotzdem muss ich auf mich aufpassen. Das tue ich hiermit." Er werde nicht komplett ausfallen, sondern das Mandat im Bundestag bis zum Ende der Legislatur ausüben. Er war über die Hamburger Landesliste in das Parlament eingezogen. Auch der Partei werde er weiter zur Verfügung stehen. Bis zum Parteitag bleibe er an der Seite von Schwerdtner im Vorsitz.
Beide waren im Oktober 2024 als Doppelspitze gewählt worden. Damals steckte die Partei mit Umfragewerten von nur noch zwei bis drei Prozent in einer tiefen Krise. Dem Duo gelang jedoch für die Partei die Wende. Bei der Bundestagswahl 2025 zog die Linke mit 8,8 Prozent wieder ins Parlament ein. Im Trendbarometer von RTL und ntv liegt die Partei aktuell sogar bei 11 Prozent.
"Mir fällt dieser Schritt sehr schwer, weil ich es immer anders geplant hatte", erklärte van Aken weiter und dankte Schwerdtner für die Zusammenarbeit. Die Linke habe bei allen vier Wahlen in diesem Jahr deutlich zugelegt. Anders als von der Partei erhofft, scheiterte sie jedoch bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde.
Auf X schrieb van Aken: "Ich finde, die Partei ist auf dem guten Weg, und ich bin zuversichtlich, dass die Linke in den nächsten fünf Jahren eine immer größere Rolle in diesem Land spielen wird". Der Politiker kündigte zudem an, der Partei auch künftig erhalten zu bleiben: "Ich freue mich sehr darauf, mit dabei zu sein, auch wenn es dann in einer anderen Funktion sein wird."
Schwerdtner: "Es wäre mit keinem anderen möglich gewesen"
Schwerdtner bedauerte van Akens Rückzug und dankte ihm für die gemeinsame Zeit an der Parteispitze. Die Entscheidung van Akens, sich aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder um das Amt zu bewerben, mache sie traurig, sagte Schwerdtner der Deutschen Presse-Agentur. Aber: "Die Gesundheit geht vor, auch vor gemeinsamen politischen Projekten."
Die Linke habe ein fulminantes Comeback erlebt - "ein Fiebertraum, der uns aber nie an der Aufgabe oder an unserer Zusammenarbeit zweifeln ließ". Die gemeinsame Zeit an der Parteispitze habe sie mit van Aken zusammengeschweißt. "All das wäre ohne unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit, vor allem aber ohne unsere fantastischen Teams und die zehntausenden Mitglieder nicht denkbar gewesen", sagte Schwerdtner. Dieser gemeinsame Erfolg bleibe. "Danke dir, Jan, schon jetzt. Es wäre mit keinem anderen möglich gewesen."