Politik

Nach Bränden und Corona-Pandemie Australier stimmen für den Regierungswechsel

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Die Amtszeit von Noch-Regierungschef Scott Morrison neigt sich dem Ende.

(Foto: IMAGO/AAP)

Australien hat drei Krisenjahre hinter sich - die dortigen Wähler machen offenbar die Regierung unter dem Konservativen Scott Morrison mitverantwortlich: Bei den Parlamentswahlen unterliegt er der oppositionellen Labour-Partei deutlich. Nun könnte ein anderer Premier werden.

Bei der Parlamentswahl in Australien hat der konservative Regierungschef Scott Morrison Hochrechnungen zufolge eine Niederlage erlitten. Gewinner der Abstimmung ist laut den Hochrechnungen sein Herausforderer Anthony Albanese von der oppositionellen Labor-Partei. Der 59-Jährige hatte unter anderem mit Klima-Themen Wahlkampf gemacht und Maßnahmen angekündigt, um den unter der Inflation leidenden Menschen zu helfen.

Labor werde mindestens eine Minderheitsregierung bilden können, möglicherweise werde es auch für eine Mehrheitsregierung reichen, berichtete der nationale Fernsehsender ABC unter Berufung auf Hochrechnungen nach Auszählung von rund der Hälfte der abgegebenen Stimmen. Damit wird Albanese aller Voraussicht nach der 31. Premierminister des Landes.

Der 59-Jährige war in der Vergangenheit bereits einmal Vize-Premier. Er ist seit 2019 Labor-Chef. Den vorläufigen Berechnungen zufolge kann die Partei mit mindestens 71 Sitzen im Unterhaus rechnen. Die Mehrheit liegt bei 76 Sitzen. Die rechtskonservative Koalition unter Premierminister Scott Morrison lag zunächst nur bei 49 Sitzen und kann keine Mehrheit mehr erreichen. Labor war in Australien seit fast zehn Jahren nicht mehr an der Macht.

Drei schwere Krisenjahre

Viele Australierinnen und Australier machen Morrison für die vergangenen drei schweren Krisenjahre verantwortlich. Diese begannen 2019 kurz nach seiner Amtsübernahme mit riesigen Feuern im Osten des Landes, durch die ein Gebiet der Größe Finnlands verbrannte. Kaum waren die Brände gelöscht, begann die Corona-Pandemie. Im Februar dieses Jahres dann richteten Überschwemmungen schwere Schäden an Australiens Ostküste an.

Wie die Wahl ausgeht, war auch Stunden nach Beginn der Stimmenauszählung allerdings noch unklar. Grund war vor allem das gute Abschneiden vieler unabhängiger Kandidaten und der australischen Grünen (The Greens). Rund 17 Millionen Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen, über alle 151 Sitze im Unterhaus und die Hälfte der 78 Sitze im Senat zu entscheiden. Es herrscht Wahlpflicht. Berichten zufolge hat etwa die Hälfte der Australier schon im Vorfeld entweder per Briefwahl oder per frühzeitiger Stimmabgabe gewählt. Die 2,7 Millionen Briefwahl-Stimmen wurden am Samstag noch nicht ausgezählt.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP

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