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Hinweise aus Bremen missachtet Bamf-Zentrale wusste seit Jahren Bescheid

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Bislang konnte Bamf-Chefin Cordt nicht erklären, warum die Hinweise nicht ernst genommen wurden.

imago/STPP

Die Affäre um die Bremer Bamf-Außenstelle reicht offfenbar weiter zurück als bislang bekannt. Einem Bericht zufolge soll die Behördenzentrale seit Jahren Hinweise auf illegale Praktiken des Anwalts gehabt haben, der nun im Zentrum des Skandals steht.

In der Affäre um manipulierte Asylverfahren im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gab es einem "Spiegel"-Bericht zufolge mehr Mitwisser als bekannt. Bereits 2014 sollen nach Erkenntnissen interner Aufklärer sieben Führungskräfte erfahren haben, dass es in der Bremer Außenstelle des Amtes massive Unregelmäßigkeiten gab, berichtete der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe.

Demnach bezogen sich die Hinweise der Führungskräfte auf "zahlreiche Fälle", in denen es "Bevorteilungen bei Entscheidungen über syrische Asylanträge" gab, in die ein Hildesheimer Anwalt involviert war. Gegen den Anwalt ermittele jetzt die Staatsanwaltschaft. Dem "Spiegel" zufolge warnte bereits 2014 ein Bamf-Beamter, es sei zu prüfen, ob in den verdächtigen Fällen "nach Recht und Gesetz entschieden wird oder eher sachfremde Erwägungen eine Rolle spielten".

Warum niemand die Warnung ernst nahm, habe Bamf-Chefin Jutta Cordt vor dem Innenausschuss des Bundestags am Dienstag nicht beantworten können, heißt es in dem Bericht. Seit dem 9. Mai würden Gespräche mit den Beteiligten geführt. Vielleicht reichten die Anfänge der Affäre noch "weiter als 2014 zurück", sagte Cordt demnach vor dem Ausschuss.

Im April war bekannt geworden, dass die Bremer Bamf-Außenstelle zwischen 2013 und 2016 in mindestens 1200 Fällen Asylanträge zu Unrecht bewilligt haben soll. Gegen die frühere Leiterin der Behörde und weitere Beschuldigte wird deshalb ermittelt.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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