Politik

Angst vor kommenden Montag "Bankferien" in Griechenland im Gespräch

In den 18 anderen Euro-Staaten wachsen die Sorgen vor einem Banken-Ansturm in Griechenland am Montag. Es wird befürchtet, dass die Griechen ihr Geld in Sicherheit bringen wollen und damit der Run auf die Banken des Landes außer Kontrolle geraten könnte.

Die Eurogruppe hat Griechenland nach der Absage an weitere Hilfen aufgefordert, sofort Maßnahmen zur Stabilisierung seines Finanzsystems zu treffen. Die Gläubiger-Institutionen - Europäische Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationaler Währungsfonds (IWF) - stünden für "technische Unterstützung" zur Verfügung, hieß es.

Die Eurogruppe hatte bei ihrem Treffen über vorrübergehende Bankenschließungen ("Bankferien") und Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland gesprochen. Der österreichische Ressortchef Hans Jörg Schelling sagte ohne weitere Details: "Man hat sich jetzt darüber verständigt, welche Maßnahmen allenfalls zu setzen sind." Welche Maßnahmen Griechenland ergreifen werde, "wird man am Montag sehen". Kapitalverkehrskontrollen, die einen weiteren Geld-Abfluss verhindern sollen, können nur von Griechenland beschlossen werden. Es werde schwierig, die Banken am Montag zu öffnen, so ein Diplomat.

Die Eurogruppe hatte zuvor beschlossen, das am Dienstag auslaufende Hilfsprogramm für Griechenland nicht zu verlängern. Dem Land droht damit die Pleite. Befürchtet wird unter anderem ein außer Kontrolle geratender Ansturm der Griechen auf die Banken des Landes, um ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Das würde den griechischen Bankensektor massiv gefährden. Ohne weitere Notkredite der EZB müsste die griechische Regierung Kapitalverkehrskontrollen einführen, um einen Zusammenbruch des heimischen Bankensektors zu verhindern.

Der deutsche Bankenverband (BdB) hält indes die Auswirkungen einer Staatspleite Griechenlands für beherrschbar. "Ein Zahlungsausfall Griechenlands könnte die Finanzmärkte zwar kurzfristig belasten, die zu Beginn der Staatsschuldenkrise möglichen Ansteckungseffekte auf andere Euro-Staaten sind heute aber nicht mehr zu befürchten", sagt BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa/rts