Politik

Hohe Beteiligung an Landtagswahl Bayerische Wähler drängen an die Urnen

6289369219081d99d0e4cb973c3ee9cf.jpg

Dieser Mann aus Schwangau hat es bereits getan: In Bayern dürfen rund 9,5 Millionen Menschen über einen neuen Landtag abstimmen.

(Foto: dpa)

Rund 9,5 Millionen Bayern sind heute dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Einige Stunden nach Beginn der Stimmabgabe zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab als noch 2013. Noch bis 18 Uhr darf über das politische Schicksal des Freistaats votiert werden.

Bei der Landtagswahl in Bayern hat sich am Sonntag eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. In München und vier weiteren großen Städten des Freistaats lag die Beteiligung bis 14.00 Uhr deutlich höher als bei der vorherigen Landtagswahl vor fünf Jahren, wie die Wahlämter mitteilten. Umfragen deuten auf erhebliche Verschiebungen der Kräfteverhältnisse im nächsten Landtag hin. Vor allem die bisher allein regierende CSU und die zuletzt zweitstärkste Fraktion der SPD müssen erhebliche Stimmverluste befürchten.

In der Landeshauptstadt München gaben bis 14.00 Uhr 54,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - vor fünf Jahren waren es bis zum frühen Nachmittag 49,7 Prozent gewesen. In Nürnberg lag die Beteiligung bei 43,1 Prozent, 2013 waren es bis 14.00 Uhr 34,5 Prozent gewesen. In Augsburg waren es 37,5 Prozent der Wahlberechtigten (2013: 26,8 Prozent), in Ingolstadt 33,5 Prozent (2013: unter 20 Prozent) und in Regensburg bis 12.00 Uhr 43,7 Prozent.

In Bayern waren neuneinhalb Millionen Wahlberechtigte zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Zentral wird die Wahlbeteiligung im Freistaat nicht erfasst.

Bei der jüngsten Wahl 2013 hatte die CSU mit 47,7 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag gewonnen, die SPD folgte mit 20,6 Prozent auf Rang zwei, vor den Freien Wählern mit neun Prozent und den Grünen mit 8,6 Prozent.

Den Umfragen zufolge dürfte neben diesen Parteien erstmals auch die AfD in den bayerischen Landtag einziehen, auch FDP und Linke haben Chancen auf ein Überspringen der Fünfprozenthürde.

CSU wird wohl koalieren müssen

Für Unsicherheiten über die Aussagekraft der Umfragen sorgte im Vorfeld der Wahl der ungewöhnlich hohe Anteil der noch unentschiedenen Wähler. Im Schlussspurt des Wahlkampfs setzten die Parteien deshalb insbesondere auf die Mobilisierung ihrer Anhänger. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte bei der Stimmabgabe in Nürnberg, er hoffe auf eine möglichst große Beteiligung der Wähler.

Da es sich um die erste Landtagswahl seit der Neuauflage der großen Koalition im Bund handelt, gilt die Abstimmung auch als Stimmungstest für die Bundesregierung. Insbesondere Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen klagten über fehlenden Rückenwind aus Berlin.

In der CSU deutete sich zudem an, dass ein schlechtes Wahlergebnis den Parteivorsitzenden Horst Seehofer in Bedrängnis bringen könnte. Diesem wird auch innerhalb der CSU vorgeworfen, für die Probleme der großen Koalition Verantwortung zu tragen.

Weiterführende Fragen und Antworten zur Landtagswahl finden Sie hier.

*Datenschutz
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

Mehr zum Thema