Politik

Maskenpflicht und Alkoholverbot Bayern reagiert auf steigende Fallzahlen

Bayerns Ministerpräsident Söder ist besorgt: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in seinem Bundesland steigt wieder. Der CSU-Chef sieht vor allem in dem übermäßigen Leichtsinn vieler Bürger ein Problem. Darum macht sein Kabinett den Weg für schärfere staatliche Maßnahmen frei.

In besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das bayerische Kabinett in München als Reaktion auf die teils wieder stark steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland beschlossen.

Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr vorsehen kann. Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen. Außerdem soll der Besuch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen auf täglich eine Person beschränkt, die Teilnehmerzahl für private Feiern in Innenräumen auf 25 Menschen und im Außenbereich auf 50 begrenzt werden.

Nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder sind nach wie vor "sehr viele" Urlaubsrückkehrer verantwortlich für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern. Der CSU-Politiker sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen. "Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst." Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter - da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht.

*Datenschutz

Nach Angaben von Söder ordert Bayern nun zehn Millionen Schnelltests. Zudem gebe das Land 50 Millionen Euro für ein Lüftungsprogramm für Schulen und Kitas aus. Gerade im Herbst und Winter habe das Lüften eine enorme Bedeutung, um die Virenlast in Innenräumen zu verringern, so der CSU-Chef.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP/rts