Politik

Kanzleramtschef Braun bei ntv "Beginn einer wirklich großen zweiten Welle"

Nach den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels betont Kanzleramtschef Helge Braun den Ernst der Lage. Zugleich zeigt sich der CDU-Politiker im "ntv Frühstart" überzeugt, das Ansteckungsgeschehen mit den richtigen Maßnahmen binnen 14 Tagen wieder in den Griff kriegen zu können.

Kanzleramtschef Helge Braun hat vor einer noch schwierigeren Pandemie-Situation als im Frühjahr gewarnt. "Die Lage ist jetzt deutlich ernster", sagte Braun in der ntv-Sendung "Frühstart". Die Zahl von 6000 gemeldeten Neuinfektionen pro Tag hätte man etliche Wochen nach Beschluss des Lockdowns erreicht, so Braun. "Jetzt merken wir, dass wir gerade in einem steilen Anstieg sind. Das heißt, wir erwarten nicht, dass die Zahlen morgen geringer werden, sondern dass sie weiter steigen."

Die Dynamik der Infektionsentwicklung sei gerade sehr hoch, so Braun. "Wir hatten vor vier Tagen 4000, dann 5000, 6000, jetzt über 7000 Fälle. Das zeigt, dass wir gerade am Beginn einer wirklich großen zweiten Welle sind und die müssen wir jetzt unterbrechen." Wie hoch die Zahlen noch steigen, hänge von den Maßnahmen ab, die man ergreife. "Wir müssen jetzt sehr entschieden handeln, sonst steigen sie immer weiter", sagte Braun weiter.

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Die steigenden Infektionszahlen hingen auch nicht mit der höheren Testkapazität zusammen. Man habe im Sommer schon eine ähnlich hohe Zahl an Tests gehabt, aber Infektionszahlen von unter 1000. "Das ist wirklich mehr Infektionsgeschehen", so Braun. Kommunal- und Landespolitiker forderte er auf, früher zu reagieren. Wenn man in einem Landkreis sehe, dass die Infektionszahlen deutlich steigen, dann dürfe man nicht abwarten, bis die Inzidenz von 50 erreicht sei, sondern man müsse sofort handeln.

Partys und Reisen als Infektionstreiber

"Momentan steigen die Zahlen eigentlich überall. Und steigende Zahlen heißt: Wir tun im Augenblick nicht genug, um die Infektion unter Kontrolle zu halten." Auf die Frage, ob Weihnachten als Familienfest in der bekannten Form ausfalle, sagte der CDU-Mann im "Frühstart": "Unser Ziel muss genau sein, dass das nicht passiert."

Hintergrund sind Beschränkungen für Feiern in Privaträumen auf Personen aus nur zwei Haushalten, die in Corona-Hotspots gelten sollen. Man könne in den nächsten 14 Tagen die Lage wirklich wieder stabilisieren, mit vertretbaren Maßnahmen. Braun: "Davon bin ich überzeugt." Einen Lockdown brauche man jetzt nicht, aber klar sei, dass die Freizeit im weitesten Sinne der Infektionstreiber sei: "An der Spitze die Party, dann das Reisen."

"Die Versorgung im Einzelhandel ist gewährleistet", sagte der CDU-Politiker. Insofern sei ein normales Einkaufsverhalten im Supermarkt völlig in Ordnung. "Da muss sich keiner Sorgen machen."

Quelle: ntv.de