Politik

"Kein besonders langer Prozess" Bei Unabhängigkeit rechnet Schottland mit EU-Comeback

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Nachdem Schottland als Teil des Vereinigten Königreichs vor zwei Jahren aus der EU ausgetreten ist, hofft die Regierung nun auf eine Rückkehr in die Union.

(Foto: picture alliance / empics)

Schottlands Regierungschefin blickt einer möglichen Unabhängigkeit des Landes optimistisch entgegen. Sollten sich die Schotten im Falle eines neuen Referendums für die Loslösung von Großbritannien entscheiden, rechnet Sturgeon mit einer schnellen Wiederaufnahme in die EU.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hofft im Falle einer Unabhängigkeit von Großbritannien auf eine schnelle Wiederaufnahme in die EU. Zwar werde es Verhandlungen geben, aber die meisten Experten seien sich einig, dass "dies kein besonders langer Prozess" sein werde, sagte Sturgeon in Edinburgh. "Niemand Vertrauenswürdiges ist ernsthaft der Meinung, dass Schottland nicht wieder in der Europäischen Union willkommen ist."

2014 hatte sich in einem Referendum noch mehr als die Hälfte der schottischen Wähler gegen die Loslösung vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. Schottland war jedoch als Teil des Vereinigten Königreichs 2020 aus der EU ausgetreten. Die Befürworter eines unabhängigen Schottlands argumentieren, dass dies die Lage fundamental verändert habe und die Schottinnen und Schotten erneut über die Unabhängigkeit ihres Landes abstimmen sollten.

Regierung will Reisefreiheit gewährleisten

Sturgeon erklärte in ihren Ausführungen zur Wirtschaft eines unabhängigen Schottlands, dass Grenzkontrollen für den Warenverkehr zwischen Schottland und seinem engsten Handelspartner England nötig sein würden. Die Angst vor Passkontrollen etwa beim grenzüberschreitenden Besuch von Verwandten sei jedoch "Quatsch", da Schottland in einer gemeinsamen Zone mit Irland und Großbritannien bleiben werde, in der Reisefreiheit bestehe. Sturgeon bekräftigte darüber hinaus, eine neue Währung - ein schottisches Pfund - einführen zu wollen. Allerdings wollte sie dafür noch keinen Zeitplan festlegen.

Die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) hat ein Referendum für den 19. Oktober 2023 angepeilt. Derzeit prüft das höchste britische Gericht auf Anfrage der schottischen Regierung, ob Edinburgh eine solche Abstimmung legitimerweise abhalten darf, auch wenn die britische Zentralregierung kein grünes Licht dafür gibt.

Quelle: ntv.de, bek/dpa

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