Polizei prüft AuthentizitätBekennerschreiben nach Angriff auf Umspannwerk deutet auf Einzeltäter hin

Am Dienstag gibt es in Deutschland Angriffe auf Umspannwerke an zwei verschiedenen Orten. Zu dem Vorfall in Brandenburg taucht jetzt ein Bekennerschreiben auf, die Spur führt nach NRW. Handelte der Täter aus Wut über die Auswirkungen von Kohleverstromung aufs Klima?
Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam teilte mit, über ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag informiert worden zu sein. "Die Authentizität des Schreibens ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden", hieß es. "Aus ermittlungstaktischen Gründen" würden keine weiteren Angaben gemacht.
Der Berliner "taz" zufolge bekennt sich in dem Schreiben ein Einzeltäter zu der Tat und beschreibt detailliert die verwendeten Selbstbauraketen. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht", zitiert die Zeitung. Dieses Leid wolle er "abwenden oder vermindern".
Das Schreiben ist demnach handschriftlich verfasst und wurde laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen verschickt. Die "taz" hat nach eigenen Angaben an der Adresse nur ein anderes Familienmitglied angetroffen. Dieses gab demnach an, keine Kenntnis von der Tat und dem aktuellen Aufenthaltsort des Mannes zu haben, erkannte aber die Handschrift des Angehörigen.
Die Authentizität des Schreibens lässt sich nicht zweifelsfrei belegen, wie die "taz" schreibt. Möglich sei auch, "dass der Verfasser zu Unrecht für sich beansprucht, den Anschlag bei Jänschwalde begangen zu haben, oder dass ein anderer Akteur bewusst eine falsche Fährte legt".
Am Dienstag hatten Unbekannte einen Angriff auf das Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde verübt. Dabei kamen laut Netzbetreiber 50Hertz "selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln", zum Einsatz. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann zufolge wurde versucht, eine Verbindung zwischen der Höchstspannungsleitung und dem Erdboden herzustellen und so einen Kurzschluss auszulösen. Die Polizei nahm Ermittlungen unter anderem wegen Terrorverdachts auf.
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