Politik

Von Litauen nach PolenBelarussische Oppositionsführerin zieht aus Sicherheitsgründen um

17.01.2026, 16:06 Uhr
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Die-belarussische-Oppositionsfuehrerin-Swetlana-Tichanowskaja-spricht-zu-Journalisten-waehrend-sie-auf-ein-Treffen-mit-freigelassenen-belarussischen-Gefangenen-in-der-US-Botschaft-wartet
Tichanowskaja im Gespräch mit Journalisten. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Seit 2020 lebt Swetlana Tichanowskaja aus Furcht vor Repressalien im Exil in Litauen. Zuletzt werden die Sicherheitsvorkehrungen verringert, ihr Team klagt über verstärkte Bedrohung durch den KGB. Jetzt zieht sie Konsequenzen.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja will aus Sicherheitsgründen von Litauen nach Polen umziehen. Wie aus ihrem Umfeld und dem polnischen Außenministerium verlautete, wird die seit 2020 in Litauen im Exil lebende Oppositionelle bald mit ihrem Team nach Warschau gehen. Die Behörden in Vilnius hatten im Oktober die Sicherheitsvorkehrungen für Tichanowskaja verringert, ihr Team hatte seitdem über eine verstärkte Bedrohung durch den belarussischen Geheimdienst KGB in Litauen geklagt.

Tichanowskaja war 2020 bei der Präsidentschaftswahl in Belarus angetreten. Zuvor war ihr Ehemann, der Oppositionspolitiker Sergej Tichanowski, festgenommen und von der Wahl ausgeschlossen worden. Nach dem von massiven Betrugsvorwürfen überschatteten Urnengang wurde der autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko zum erneuten Sieger erklärt, es kam zu Massenprotesten. Zahlreiche Oppositionelle gingen aus Furcht vor Repressalien ins Exil nach Litauen, darunter auch Tichanowskaja.

Tichanowskaja hatte in dieser Woche in Warschau den polnischen Präsidenten Karol Nawrocki getroffen. Ihr Ehemann Tichanowski, der im September in Belarus aus dem Gefängnis freigekommen und ebenfalls ausgereist war, hält sich nach Angaben ihres Beraters Denis Kutschinsky derzeit aus Sicherheitsgründen in den USA auf.

Das EU-Land Litauen hatte Anfang Januar angekündigt, die Aufenthaltserlaubnis des russischen Oppositionellen Leonid Wolkow zu überprüfen, nachdem kritische Äußerungen über ukrainische Regierungsvertreter aus einem privaten Chat an die Öffentlichkeit gelangt waren. Der Vertraute des in russischer Haft gestorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny steht in Russland auf der Fahndungsliste, unter anderem wegen seiner Kritik am Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Quelle: ntv.de, toh/AFP

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