Truppenaufmarsch in der KaribikBereitet Pentagon Angriff auf Kuba vor?

Seit Monaten droht US-Präsident Trump mit einem Militäreinsatz gegen Kuba. Vor der Karibikinsel liegt mittlerweile die mächtigste US-Armada außerhalb des Nahen Ostens. Doch die Zeit spielt gegen Washington.
Das Pentagon bringt einem Medienbericht zufolge seit Monaten Truppen und Waffensysteme in der Karibik in Stellung, um für einen möglichen US-Angriff auf Kuba gerüstet zu sein. Wie das Nachrichtenportal Politico meldet, fehle für einen Einsatz noch die Zustimmung von Präsident Donald Trump.
Trump strebt einen Machtwechsel in dem Karibikstaat an und hatte zuletzt mehrfach mit einem Militäreinsatz gedroht. Das US-Justizministerium klagte Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro jüngst wegen Mordes an. Außenminister Marco Rubio bezeichnete das kommunistisch regierte Land vergangene Woche als "gescheiterten Staat", der die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohe. Er sehe kaum Chancen auf eine friedliche Einigung. Sollte es in Havanna aber zu einem Umdenken kommen, stehe Washington bereit. "Bis dahin werden wir tun, was nötig ist", so Rubio.
Laut Politico haben die USA inzwischen die größte Militärpräsenz außerhalb des Nahen Ostens vor Kuba zusammengezogen. Demnach eröffnen die Kräfte Trump ein breites Spektrum an Optionen: von einer gezielten Festnahme der kubanischen Führung wie in Venezuela bis hin zu Präzisionsschlägen. Der Flugzeugträger "USS Nimitz" sei, begleitet von Raketenschiffen, vergangene Woche in der Karibik eingetroffen. Drohnen und Aufklärungsflugzeuge würden Kuba bereits seit Monaten umkreisen. Zudem befinde sich das Amphibienschiff "USS Kearsarge" mit 2500 Marines vor der Küste Virginias und könnte als Reserve dienen.
"Die Nimitz ist vermutlich in erster Linie zur Einschüchterung vor Ort, könnte aber bei Bedarf auch in einer Militäroperation eingesetzt werden", sagte der frühere Pentagon-Mitarbeiter Mark Cancian dem Portal. Der Träger und die in Florida und Puerto Rico stationierten Kampfjets würden wahrscheinlich bei jedem Einsatz gegen Kuba eine Rolle spielen. Luftangriffe seien denkbar, um Kubas Flugabwehr auszuschalten oder die Führung zu eliminieren. "Raúl Castro wäre ihr erstes Ziel."
Washington stehe jedoch unter Zeitdruck. Viele der größeren Kriegsschiffe befinden sich bereits seit fast zehn Monaten auf See und damit länger als die sonst üblichen sechs bis sieben Monate. Das belaste die Besatzungen. "Wenn sich Einsätze so lange hinziehen und das Ende völlig offen ist, wirkt sich das negativ auf die Motivation aus", sagte der pensionierte Marine-Corps-Offizier Joe Plenzler. "Wie wahrscheinlich ist es dann, dass ich meine Familie von einer weiteren Verpflichtung überzeugen kann?"
Das Weiße Haus verwies eine Anfrage von Politico zu dem Thema an das Pentagon. Die Marine lehnte eine Stellungnahme zu laufenden Einsätzen ab. Das Südkommando der Marine reagierte nicht auf eine Anfrage nach einem Kommentar.