Politik

Entscheidung des Bundes Bergwerk Gorleben wird endgültig stillgelegt

Bergleute und Gäste gehen durch das ehemalige Erkundungsbergwerk Gorleben. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Vor etwa einem Jahr wurde das Bergwerk Gorleben aus dem Verfahren zur Suche nach einem Atommüllendlager ausgeschlossen - weil es nicht geeignet ist.

(Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild)

Einst wurde im Bergwerk Gorleben erkundet, ob es als deutsches Atommüllendlager taugen könnte. Jetzt aber schließt das Bundesumweltministerium endgültig die Tore - und damit ein immer wieder heftig umstrittenes Kapitel.

Das früher als potenzielles Atommüllendlager betrachtete Bergwerk im niedersächsischen Gorleben wird endgültig geschlossen. Das teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit. Das Ministerium habe entschieden, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) "mit der Stilllegung des Bergwerks zu beauftragen", hieß es.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, solle das Bergwerk wieder verfüllt werden. "Das Bergwerk Gorleben soll nun stillgelegt werden und die Salzhalde dabei wieder unter Tage verbracht werden - es ist nun an der BGE, die Planung der Schließung fortzusetzen".

Das Bergwerk im niedersächsischen Wendland war trotz heftiger Proteste jahrzehntelang als mögliches künftiges Endlager für deutschen hoch radioaktiven Atommüll betrachtet und entsprechend erforscht worden. Im Zuge eines Neustarts der bundesdeutschen Endlagersuche wurde das Bergwerk im September vergangenen Jahres wegen nicht ausräumbarer Zweifel an der geologischen Eignung des Standorts aber endgültig von der Liste potenzieller Standorte genommen.

"Keine Hintertür mehr"

Bereits vor der Entscheidung befand sich das Bergwerk, in dem nie Atommüll lagerte, seit Jahren nun noch in einer Art Winterschlaf. Seit 2013 ruhen sämtliche Erkundungsarbeiten, die nicht mehr nötige Technik und Gebäude wurden schrittweise entfernt. Nur noch die zur Offenhaltung des früheren Bergwerks erforderlichen Anlagen sollten zunächst stehenbleiben, bis eine abschließende Entscheidung über die Zukunft des Standorts getroffen wurde. Diese fiel jetzt. Bereits vorab war aber weitgehend klar, dass es für das ehemalige Erkundungsbergwerk kaum alternative Nutzungsmöglichkeiten geben würde.

"Im Standortauswahlverfahren soll der Endlagerstandort mit der bestmöglichen Sicherheit gefunden werden. Klar ist bereits, dass der Salzstock Gorleben das nicht ist", sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth. "Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen." Er hoffe, dass im Wendland nun die Wunden heilen können, die der jahrzehntelange Streit um Gorleben gerissen hat, sagte Flasbarth weiter.

"Ab heute gibt es keine Hintertür mehr", sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies von der SPD. "Denn die letzten Jahrzehnte waren vor allem geprägt vom Widerstand gegen ein atomares Endlager in Gorleben." Ab heute gehe es darum, diese Zeit "endgültig hinter uns zu lassen und gemeinsam Konzepte zu entwickeln und umzusetzen für die Zukunft des Wendlands".

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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