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Auftrag für deutsche StartupsBericht: Bundeswehr schafft Kamikaze-Drohnen an

10.02.2026, 07:44 Uhr
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Das Modell einer HX-2-Drohne setzt verstärkt auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundeswehr plant schon länger die Beschaffung von Kampfdrohnen, jetzt macht das Verteidigungsministerium wohl ernst. Die unbemannten Flugkörper sollen vor allem die Nato-Ostflanke stärken.

Das Bundesverteidigungsministerium will massiv in Kampfdrohnen investieren. Nach Informationen des "Spiegel" soll eine Bestellung im Wert von 536 Millionen Euro für "Loitering Munition" an die deutschen Startups Helsing und Stark Defence gehen. Der Begriff steht im Militärjargon für Kamikazedrohnen, also unbemannte Drohnen, die mit Sprengköpfen ausgestattet werden können. Bislang verfügt die Bundeswehr nur über Aufklärungsdrohnen.

Der "Spiegel" beruft sich in seinem Bericht auf zwei "25-Millionen-Euro-Vorlagen", die dem Bundestag zur Genehmigung vorliegen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags muss jede Ausgabe der Bundeswehr über 25 Millionen Euro genehmigen. In den Vorlagen ist von "Lenkwaffen, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und über dem Zielgebiet kreisen", die Rede. Von einem Drohnenpiloten "bekommen sie dann ein Ziel zugewiesen". Die Drohnen sind den Vorlagen zufolge für die Panzerbrigade 45 vorgesehen, die bis 2027 in Litauen stationiert werden soll. Damit soll die Ostflanke der Nato gestärkt werden.

Stark Defence liefert demnach die Virtus-Drohne, die senkrecht startet und somit keine Abschussrampe braucht. Die Virtus kann mehr als 100 Kilometer weit fliegen und mehr als eine Stunde in der Luft sein, sagte Josef Kranawetvogl, Vizepräsident von Stark Defence Ende Dezember. Das System fliege über dem Einsatzgebiet und erkenne Ziele. "Es ist bestimmt für die Bekämpfung von feindlichen Kampfpanzern, von Flugabwehrraketenstellungen, von Radarstellungen", sagte er. Nach Angaben von Stark Defence wurde bei einem Test mehr als 800 mm Panzerstahl durchdrungen.

Helsing liefert die Kampfdrohne HX-2. Die Drohne wurde bereits in der Ukraine getestet und wird von einem Katapult aus gestartet. Das Startup setzt verstärkt auf KI-Unterstützung. So sei die HX-2 "immun" gegen elektronische Drohnenabwehr und könne ein Ziel trotz feindlicher Störung weiterverfolgen. Durch KI könnten die rund 12 Kilo schweren Flugkörper auch im Schwarm koordiniert werden.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, will in den nächsten Jahren sechs Einheiten für den Einsatz von dann neu eingeführten Kamikazedrohnen aufstellen. "Wir haben Testungen begonnen, im fairen Wettbewerb, und wollen bis 2027 die erste Batterie mittlerer Reichweite einsatzbereit machen; bis 2029 fünf weitere", sagte er im November beim Parlamentarischen Abend des Förderkreises Deutsches Heer. Eine Batterie entspricht in der Größe einer Kompanie aus 60 bis 150 Soldaten.

Mit Blick auf die Einsatzbereitschaft und Bedrohungen durch Russland habe er zudem den Auftrag erteilt zu untersuchen, was die Bundeswehr im Zeitraum bis 2029 könne und was der Feind könne. Daraus sollten weitere Schlüsse für die Verteidigungsplanung gezogen werde. "Ich erwarte Ergebnisse nach dem Jahreswechsel", sagte er.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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