Politik

Schwinden Bestände zu schnell?Bericht: Iran-Krieg kostet USA in 48 Stunden mehr als fünf Milliarden Dollar

10.03.2026, 13:42 Uhr
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Die US-Marine feuert am ersten Tag des Krieges eine Rakete auf den Iran ab. (Foto: picture alliance / Anadolu)

In Washington wächst offenbar die Sorge darüber, mit welcher Geschwindigkeit das US-Militär seine modernsten Waffensysteme bei den Angriffen auf den Iran aufbraucht. Einem Bericht zufolge will die Trump-Regierung schon bald weitere Milliardensummen für den Krieg freimachen.

Das US-Militär hat laut einem Bericht der "Washington Post" in den ersten beiden Tagen des Angriffs auf den Iran Munition im Wert von 5,6 Milliarden US-Dollar verfeuert. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf mehrere US-Offizielle. Demnach löst diese Zahl unter Kongressabgeordneten in den USA wachsende Besorgnis über das Tempo aus, mit dem die US-Streitkräfte "die knappen Bestände an Amerikas modernsten Waffensystemen" aufbrauchen.

Die Schätzung sei dem Kongress am Montag vorgelegt worden. Die Zeitung berichtet über Bedenken unter Abgeordneten, die durch den Iran-Krieg die grundsätzliche Einsatzbereitschaft des US-Militärs in Gefahr sehen. Dem Bericht zufolge will die Trump-Regierung voraussichtlich noch diese Woche einen Nachtragshaushalt für das Verteidigungsbudget beim Kongress einreichen, möglicherweise in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar, um die Angriffe auf den Iran weiter zu finanzieren. Dies dürfte auf den Widerstand vieler oppositioneller Demokraten stoßen, hieß es. Deren Versuche, die Regierung von einer Fortsetzung des Krieges abzuhalten, sind bislang erfolglos geblieben.

US-Kriegsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine hatten zuletzt angekündigt, dass sich die US-Angriffe auf den Iran von der Abhängigkeit von Präzisionsmunition verabschieden und stattdessen verstärkt auf die reichlicher vorhandenen Bestände lasergelenkter Bomben zurückgreifen würden, während US-amerikanische und israelische Streitkräfte nach der Erlangung der Lufthoheit über dem Iran ins Landesinnere vorrücken.

Größeres Risiko in anderen Konfliktregionen

Wie die Zeitung berichtet, hat das US-Militär seit Beginn der Kampfhandlungen am 28. Februar Hunderte von Präzisionswaffen abgefeuert, darunter moderne Abfangraketen und Tomahawk-Marschflugkörper. Mark Cancian vom Center for Strategic and International Studies sagte, dass die Abkehr von diesen Langstreckenwaffen den Preis jedes Angriffs drastisch senken werde - von Millionen von Dollar für jeden einzelnen Abschuss auf weniger als 100.000 Dollar in einigen Fällen.

Infolge der knapper werdenden Ressourcen im Nahen Osten verlegt das US-Militär offenbar auch Teile eines Raketenabwehrsystems (THAAD) von Südkorea in die Kriegsregion. Das Militär greife zudem auf seine Bestände an hoch entwickelten Patriot-Abfangraketen im Indopazifik und anderswo zurück, um seine Verteidigung gegen iranische Drohnen- und Raketenangriffe zu verstärken, berichteten zwei US-Regierungsbeamte der Zeitung.

Einer der Beamten erklärte, die Verlegungen seien nicht auf einen akuten Waffenmangel im Nahen Osten zurückzuführen, sondern vielmehr eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass der Iran seine Vergeltungsangriffe drastisch erhöhe. Diese hätten sich jedoch mehr als eine Woche nach Beginn des Konflikts verringert. "Je mehr THAAD- und Patriot-Systeme man abschießt, desto größer ist das Risiko im Indopazifik und in der Ukraine", sagte Cancian. Die beiden Luftverteidigungssysteme gelten als die modernsten der Welt.

Quelle: ntv.de, dsc

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