Politik

Wilder Wechsel?Bericht: Trump wünscht sich "großartigen" Infantino als UN-Boss

22.07.2026, 11:57 Uhr
00:00 / 05:11
July-21-2026-New-York-City-Ny-United-States-U-S-President-Donald-Trump-shakes-hands-with-FIFA-President-Gianni-Infantino-right-during-a-FIFA-reception-before-the-World-Cup-Final-at-Trump-Tower-July-17-2026-in-New-York-City-New-York
Ziemlich beste Freunde. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Bei den Vereinten Nationen wird in den nächsten Monaten die Führungsspitze neu gewählt. US-Präsident Donald Trump würde offenbar gerne seinen Freund und FIFA-Chef Gianni Infantino auf den wichtigen Posten hieven.

US-Präsident Donald Trump votiert offenbar für FIFA-Chef Gianni Infantino als nächsten Generalsekretär der Vereinten Nationen. Trump sei der Ansicht, dass Infantino "weltweit von allen respektiert wird und eine besondere Fähigkeit besitzt, Menschen zusammenzubringen", berichtet die "New York Post" unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle aus dem Umfeld des US-Staatschefs.

Infantino und sein "guter Freund" Donald Trump pflegen ein sehr enges Verhältnis und zeigten sich rund um die Weltmeisterschaft vielfach zusammen öffentlich. Bei einem bemerkenswerten Auftritt bei der WM-Abschlusskonferenz überhäuften sich beide gegenseitig mit Lob.

"Sie brauchen keine Komplimente, Herr Präsident, aber ohne Sie wäre diese Weltmeisterschaft nicht zu einem so unglaublichen Erfolg geworden", schwärmte der FIFA-Chef vom Republikaner im Weißen Haus, dem er Ende vergangenen Jahres den ersten FIFA-"Friedenspreis" verliehen hatte. Im Gegenzug lobte der US-Präsident den FIFA-Chef für die skandalöse Aufhebung der Sperre nach einer Roten Karte im Fall Balogun. Es gebe "niemanden" wie den "großartigen" FIFA-Chef, sagte er.

Laut Trumps Sonderbeauftragten für Globale Partnerschaften, Paolo Zampolli, bringt der FIFA-Chef die idealen Voraussetzungen für den Job an der Spitze der UN mit. "Es gibt gewisse Ähnlichkeiten" zwischen den Ämtern des FIFA-Präsidenten und des UN-Generalsekretärs, sagte Zampolli, der auch mit Infantino befreundet ist. "Bei den Vereinten Nationen hat man es mit 193 Mitgliedstaaten zu tun. Bei der FIFA gibt es über 200 Mitglieder, [und] Giannis beeindruckende Erfolgsbilanz zeigt, dass er weiß, wie man das Ganze leitet."

Infantino inszeniert sich

Infantino selbst gibt sich auch als Vermittler zwischen den Nationen. "Wir haben die Welt vereint", sagte er über das Turnier in Kanada, Mexiko und den USA. "Wir hören es doch immer wieder, nicht wahr? Dass wir in einer gespaltenen Welt leben, dass wir in einer aggressiven Welt leben, dass es so viele Dinge gibt, die uns trennen und uns Probleme bereiten", sagte Infantino. "Aber wenn es eine Sache gibt, die uns diese Weltmeisterschaft gezeigt hat und weiterhin zeigt - dann, dass es viel mehr Dinge gibt, die uns verbinden, als solche, die uns trennen." 

Außen vor bleibt dabei aber, dass Fans aus etlichen Nationen überhaupt nicht erst in die USA einreisen durften und so grundsätzlich keine Chance hatten, dem Turnier beizuwohnen. Auch dem FIFA-Referee Omar Artan aus Somalia wurde die Einreise verweigert, unter Verweis auf angebliche Verbindungen zu Terrorgruppen.

Ob Infantino selbst Interesse an dem Posten hat, ist völlig unklar. Der Chef des Fußball-Weltverbandes arbeitet derzeit eigentlich an seiner eigenen Wiederwahl für den Zeitraum bis 2031. Im März nächsten Jahres wird der oberste Posten bei der FIFA neu gewählt. Gegenkandidaten drohen Infantino dort bislang nicht. Er hat sich offenbar vielmehr bereits die überwältigende Mehrheit unter den 211 FIFA-Mitgliedsländern gesichert. Berichten zufolge sollen sich "mehr als 200" Verbände bereits hinter ihn gestellt haben.

Das Verhältnis von Trump zu den Vereinten Nationen ist schwer angespannt, der US-Präsident bezeichnete viele UN-Organisationen als ineffektiv und teuer. Die Zuschüsse aus Washington kürzte er und trat aus verschiedenen Teilorganisationen aus. Mit dem "Board of Peace" gründete er im Januar sein eigenes zwischenstaatliches Gremium, welches angibt, internationale Konflikte lösen zu wollen.

Der nächste Generalsekretär des vom US-Präsidenten ungeliebten Gremiums wird allerdings noch in diesem Jahr gewählt, um den scheidenden António Guterres zu ersetzen. Der Portugiese wird sein Amt Ende Dezember niederlegen. Im Gegensatz zum FIFA-Chefposten gibt es bei der UN bereits mehrere Personen, die eine Kandidatur für den Posten angemeldet haben. Um sich das Amt zu sichern, müsste Infantino die Zustimmung des 15-köpfigen Sicherheitsrats gewinnen und anschließend von der Generalversammlung bestätigt werden.

Sollte Infantino den Posten als UN-Generalsekretär anstreben, wäre dies auf jeden Fall mit heftigen Gehaltseinbußen verbunden. Statt wie bisher an der FIFA-Spitze offiziell rund sechs Millionen Dollar einzustreichen, müsste er mit knapp 418.000 Dollar auskommen.

Quelle: ntv.de, lme

Donald TrumpGianni InfantinoUno