Verbindung zu Trump-VerbündetenBericht: Ukraine-Friedensgespräche hängen an Öl-Deal für Russland

Bei einem möglichen Verkauf russischer Lukoil-Anlagen könnten laut "New York Times" Investoren mit Verbindungen zu Donald Trump profitieren. Der Deal sollte Teil möglicher Friedensgespräche mit der Ukraine sein.
Die Gespräche der US-Regierung mit Russland über ein Ende des Krieges in der Ukraine haben sich einem Zeitungsbericht zufolge auf milliardenschwere Ölgeschäfte ausgeweitet. Dabei geht es vorwiegend um den Verkauf russischer Energieanlagen an Geschäftsleute mit Verbindungen zu den US-Verhandlungsführern Steve Witkoff und Jared Kushner profitieren, berichtete die "New York Times".
Bei dem möglichen Deal, der von der Zustimmung der US-Regierung und des Kremls abhänge, gehe es um ein weltweites Netz aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen des russischen Energiekonzerns Lukoil. Zu der Gruppe, die das Geschäft anstrebe, gehören neben dem US-Milliardär Todd Boehly zwei Konzerne aus dem Nahen Osten, die bereits mit Kushner oder Witkoffs Familie Geschäfte getätigt hätten, so die Zeitung. Eine Genehmigung des Verkaufs durch die USA würde die russischen Vermögenswerte von den amerikanischen Sanktionen befreien und ihren Wert sofort steigern. Das Weiße Haus, das US-Finanzministerium und Lukoil reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Laut Zeitung gebe es zwar keine Anzeichen dafür, dass Kushner oder Witkoff selbst von dem Deal profitieren würden, doch das anstehende Geschäft stellt eine Verflechtung persönlicher Geschäftsbeziehungen mit Geopolitik dar. Initiiert hat den Deal der russische Präsident Wladimir Putin, als er sich am Anfang September im Kreml mit Witkoff und Kushner getroffen hatte. Putin habe damit demonstrieren wollen, dass Russland und die USA trotz internationaler Konflikte Geschäfte miteinander machen können. Die US-Seite habe vor allem die weltweiten Energiepreise senken wollen, heißt es in dem Bericht.
Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Ukraine-Kriegs zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden unter Beteiligung von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten jedoch keinen Durchbruch.
Moskau hatte zuletzt betont, für erneute Gespräche bereit gewesen zu sein, ein großangelegter Drohnenangriff seitens der Ukraine einen Tag nach den Wahlen zur Staatsduma habe die Situation wieder erschwert, sagte Putin am Donnerstag. Dennoch bleibe Russland bereit, Verhandlungen aufzunehmen und schnellstmöglich abzuschließen. "Aber natürlich zu Bedingungen, die auch für die Russische Föderation, für unser Volk und für das russische Volk akzeptabel sind." Eine echte Gesprächsbereitschaft Moskaus wird von Kiew, seinen westlichen Verbündeten und Beobachtern allerdings stark angezweifelt.

