Politik

Senat weitet Regel aus Berlin führt Maskenpflicht im Freien ein

136487628.jpg

Auf Wochenmärkten wie am Maybachufer im Hotspot-Bezirk Neukölln muss von nun an Mundschutz getragen werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahlen an Neuinfektionen schießen in Berlin in die Höhe. Im Bezirk Neukölln sind sie kaum mehr unter Kontrolle zu bringen. Nun beschließt der Senat eine Mundschutz-Pflicht auch im öffentlichen Raum. Zumindest dort, wo kein Mindestabstand möglich ist.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen die Menschen in Berlin verstärkt eine Maske tragen. Der Senat beschloss eine Maskenpflicht für Bereiche, in denen ein Mindestabstand von 1,5 Meter nicht einzuhalten sei. Das betrifft Wochenmärkte, besonders belebte Einkaufsstraßen, Shoppingmalls und Warteschlangen.

Auch die Regeln für private Zusammenkünfte werden weiter verschärft, wie Gesundheitsministerin Dilek Kalayci mitteilte. So gilt für private Feiern unter freiem Himmel nun eine Obergrenze von 25 statt 50 Menschen. Drinnen dürfen sich statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen aufhalten.

Laut dem regierenden Bürgermeister Michael Müller wird Berlin an der Sperrstunde für die Gastronomie zwischen 23 und 6 Uhr festhalten. Sie sei gerichtlich ohnehin nur für die elf Kläger gekippt worden. Geplant seien eine Verordnung und eine Gesetzesänderung, um bei der nächtlichen Sperrstunde samt Ausschankverbot für Alkohol sowohl für die Gastronomie als auch für Spätverkaufsstellen "nachzuschärfen". Brandenburgs Landesregierung teilt mit, dass sie ein Ausschankverbot für Alkohol von 23 bis 6 Uhr beschlossen habe. Müller warnte, dass es zu weiteren Einschränkungen kommen werde, wenn die Pandemie nicht eingedämmt werde. "Es müsste jedem eingängig sein, was das für ein Lebensrisiko ist."

*Datenschutz

Eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes greift in der Hauptstadt bisher schon in Geschäften, Bussen und Bahnen, in Büros, in Gaststätten abseits des Tisches oder in Schulen - hier allerdings nur außerhalb des Unterrichts und auch nicht auf dem Pausenhof.

In Berlin war das Infektionsgeschehen zuletzt kontinuierlich gewachsen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen kletterte auf inzwischen 82,6. Damit liegt die Hauptstadt deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Mehr zum Thema

Besonders stark betroffen ist der Stadtteil Neukölln. Der Gesundheitsstadtrat des Hotspots hatte erst am Wochenende mitgeteilt, er halte eine Eindämmung des Virus wie im Sommer in seinem Bezirk für nicht mehr möglich. "Daran, dass wir das wieder einfangen können wie Mitte des Jahres, glaube ich nicht mehr", sagte der CDU-Politiker Falko Liecke. "Wir sind im absoluten Krisenmodus."

Angesichts der Entwicklung in Berlin hat der rot-rot-grüne Senat seit 28. September bereits diverse Maßnahmen beschlossen oder später verschärft: Dazu gehören die Maskenpflicht in Bürogebäuden, Obergrenzen für private Zusammenkünfte drinnen (zehn Menschen) wie draußen (50) und die strengen Kontaktbeschränkungen in der Nacht.

Quelle: ntv.de, chf/dpa