Partei liefert DetailsBerliner SPD: Krach ordnete Spenden-Rücksendung an

Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wird gegen den SPD-Spitzenkandidaten ermittelt. Krach vermutet als Hintergrund ein Vergabeverfahren. Seine Partei betont, eine Spende sei abgewiesen worden - und solidarisiert sich.
Nach Bekanntwerden von Ermittlungen gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach hat seine Partei weitere Details genannt. Demnach habe es "über den Jahreswechsel den Versuch einer Spende an die SPD Berlin in Höhe von 9900 Euro" gegeben, teilte Schatzmeister Fabian Fischer mit. "Auf Weisung unseres Spitzenkandidaten wurde umgehend entschieden, diese Spende abzuweisen."
Einem rbb-Bericht zufolge soll ein Unternehmer am vergangenen 29. Dezember 9900 Euro auf das Konto der SPD Berlin überwiesen haben. Krach soll am 7. Januar von der SPD-Landesgeschäftsführung informiert worden sein und die Rücküberweisung am Tag danach angeordnet haben, hieß es im Bericht. Das Geld sei am 9. Januar an den Absender zurücküberwiesen worden. Ein Sprecher der Berliner SPD bestätigte die Angaben.
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in anderthalb Wochen Ermittlungen gegen Krach aufgenommen. Zu konkreten Vorwürfen äußerte sie sich nicht und verwies auf die Unschuldsvermutung. Am Mittwoch wurden drei Objekte in Hannover und Berlin durchsucht.
Giffey: Keinen Anlass an Krachs Version zu zweifeln
Krach sagte, der Vorwurf beziehe sich auf ein Vergabeverfahren zu einem Klinikverkauf in der Region Hannover, wo er als Regionspräsident für den Wahlkampf beurlaubt ist. Den Vorwurf der Beeinflussung wies er als haltlos zurück. Er habe "in keinster Weise irgendeine Summe von diesem Bieter, weder privat noch als SPD-Landesvorsitzender, jemals angenommen".
Krach war 2021 zum Präsidenten der Region Hannover gewählt worden, ist aber seit geraumer Zeit beurlaubt. Im Sommer vergangenen Jahres folgte er dem Ruf der Berliner SPD, um die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September zu übernehmen. Inzwischen wurde Krach auch zum SPD-Chef in Berlin gewählt, er bildet mit der Abgeordneten Bettina König eine Doppelspitze.
Rückendeckung erhält der SPD-Spitzenkandidat aus seiner Partei. "So wie Steffen Krach das gestern alles geschildert hat, haben die Genossinnen und Genossen ihm die volle Solidarität und Rückendeckung ausgesprochen", sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey dem rbb. "Und das ist ganz klar, dass wir ihm hier in dieser Situation den Rücken stärken."
Krach habe gestern sowohl im geschäftsführenden Landesvorstand als auch in der Fraktion sehr ausführlich berichtet, sagte Giffey. Er habe noch einmal betont, dass die Vorwürfe haltlos seien und dies auch begründet mit Fakten. "Und wir haben keinen Anlass, an der Wahrheit seiner Aussagen zu zweifeln."
