Politik

Lange Schlangen vor Wahllokalen Berliner stehen nach 19 Uhr noch an

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Die Schlangen wollen nicht enden: Berlinerinnen und Berliner stehen zum Teil auch um 18 Uhr noch an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ärger bei Wählerinnen und Wählern in Berlin: Manche warten auch nach 19 Uhr noch darauf, wählen zu können. Schuld an dem Chaos sind einige Pannen sowie Corona-Hygienemaßnahmen. Auch die Menge an Wahlentscheidungen spielt eine Rolle - Berlinerinnen und Berliner müssen ganze sechs Kreuze machen.

Kurz vor offizieller Schließung der Wahllokale in Berlin haben vielerorts noch Wählerinnen und Wähler Schlange gestanden, um ihr Kreuz zu machen. "Hier stehen noch mindestens 100 Leute. Bei anderen Wahllokalen ist es genau das Gleiche, höre ich von Kollegen", sagte die Leiterin eines Wahllokals in Pankow. Erst jetzt habe das Lokal wieder Stimmzettel für die Bundestagswahl bekommen, diese seien schon am Nachmittag aus gewesen.

Die Wartezeit betrage ungefähr eine Stunde. Viele Wartende seien wütend, weil sie nicht verstehen könnten, wie es zu wenige Stimmzettel geben könne, sagte die Wahllokalleiterin. "Wir sprechen aber mit den Menschen. Ausfällig ist niemand", sagte sie. Die Wahl sei ihrer Meinung nach nicht gut vorbereitet gewesen, es seien von Anfang an mehr Stimmzettel nötig gewesen.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung sei, dass die Menschen länger als sonst in den Wahlkabinen seien, weil sie sich die verschiedenen Wahlzettel anschauten. Die Wählerinnen und Wähler konnten in Berlin insgesamt sechs Kreuze machen, darunter auch für oder gegen einen Volksentscheid. Andernorts war die Lage gegen 18 Uhr übersichtlicher. Vor dem Wahllokal 100 in Berlin-Mitte warteten zur Schließung nur noch wenige Menschen. Am Nachmittag hatte das Bezirksamt Mitte geschrieben, dass die Wartezeit beim Lokal mehr als zwei Stunden betrage.

Pannen und Hygienemaßnahmen

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Frust bei Wartenden in Berlin.

Bis Schließung der Wahllokale um 18 Uhr konnte nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin wählen, wer entsprechend rechtzeitig in der Schlange stand. Zu Verzögerungen führten auch die coronabedingt notwendigen Hygienemaßnahmen. Zudem waren zahlreiche Wahlhelfer abgesprungen, die durch Nachrücker ersetzt werden mussten. Verzögerungen gab es auch durch Pannen. So wurden in einigen Wahllokalen Stimmzettel für die Abgeordnetenhauswahl aus den Bezirken Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf vertauscht. Bis die richtigen Stimmzettel vorlagen, mussten die Wahllokale zeitweise schließen.

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Nur mithilfe der Feuerwehr konnten Wählerinnen und Wähler zweier Wahllokale in Mitte zu Wahlkabinen und Abstimmung gelangen. Wegen Problemen mit der elektronischen Schließanlage kam das Wahlteam nicht rechtzeitig wie geplant in das Gebäude der Mensa Nord des Studierendenwerkes mit den Wahllokalen 102 und 106. "Wir mussten die Feuerwehr rufen, die mit dem Notschlüssel das Gebäude öffnen konnte", sagte Wahlvorsteher Alexander Radebach.

Für Berlinerinnen und Berliner geht es um gleich vier Entscheidungen - mit entsprechend vielen und teils langen Wahlzetteln. Neben der Bundestagswahl lief auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem konnten Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen. Nach Angaben der Landeswahlleitung gab es in Berlin noch nie so viele Abstimmungen an einem Tag.

Quelle: ntv.de, law/dpa

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