Politik

Skalpell statt Axt Biden-Team plant derzeit keinen Lockdown

04df71a3b07ec8056a4ebbb9be7ee467.jpg

In mehreren Bundesstaaten wurden angesichts der steigenden Infektionszahlen die Maßnahmen verschärft.

(Foto: REUTERS)

Es war das große Schreckensszenario der Trump-Kampagne: Ist erst einmal der Demokrat Biden an der Macht, wird er den USA im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen harten Lockdown verordnen. Doch das Expertenteam Bidens will dies mit gezielteren Maßnahmen vermeiden.

Die Regierung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden will in ihrem Kampf gegen die Corona-Pandemie durch gezielte Maßnahmen breite Lockdowns vermeiden. "Wir haben Ansätze mit der Präzision eines Skalpells statt der rohen Kraft einer Axt", sagte Vivek Murthy, einer der Co-Chefs des Coronavirus-Expertenrats von Biden, dem TV-Sender Fox.

Präsident Donald Trump versuchte im Wahlkampf, den Wählern Angst mit der Aussicht auf landesweite Lockdowns unter Biden einzujagen. Unterdessen gerät die Corona-Situation in den USA immer mehr außer Kontrolle. Mittlerweile wurde die Marke von elf Millionen Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten. Eine Million Fälle kamen in nur sechs Tagen dazu.

*Datenschutz

Mehrere Bundesstaaten verschärften am Wochenende Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und die Schließung einiger Geschäfte. So dürfen in Michigan Restaurants vorerst nur noch außer Haus verkaufen, und wer kann, soll von zu Hause aus arbeiten.

Trump verwies zuletzt unterdessen lediglich darauf, dass Covid-19 inzwischen besser behandelt werden könne und es bald Impfstoffe geben werde. Am Samstag und Sonntag spielte er Golf und twitterte weiter über seine unbelegten Vorwürfe, dass ihm die Präsidentenwahl durch Wahlbetrug zugunsten Bidens gestohlen worden sei. Die Machtübergabe an Biden findet erst am 20. Januar statt.

Einige US-Experten befürchten, dass sich die Lage der Pandemie bis dahin so sehr verschlechtern könnte, dass harte Maßnahmen notwendig sein werden. Biden-Berater Murthy betonte, dass er Lockdowns als "letzten Ausweg" betrachte. Inzwischen wisse man mehr als im Frühjahr über das Virus und seine Verbreitungswege. Das ermögliche es, gezielter als bei den damaligen groß angelegten Schließungen von Geschäften und Unternehmen vorzugehen.

Quelle: ntv.de, jog/dpa