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Konjunkturpaket geplant Biden bildet Krisenstab gegen Corona

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In der Öffentlichkeit tritt Joe Biden konsequent mit Maske auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kein Land ist so stark von der Pandemie betroffen wie die USA. Dem künftigen Präsidenten Biden steht ein harter Kampf gegen das Coronavirus bevor - und er bereitet ihn bereits vor. Mit einer Experten-Task-Force und Wirtschaftshilfen will er die Krise in den Griff bekommen.

Schon vor seinem Amtsantritt als neuer US-Präsident am 20. Januar geht Joe Biden die derzeit wohl drängendste Herausforderung in den Vereinigten Staaten an: die Corona-Krise. Die USA sind das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Schon fast zehn Millionen Infektionen mit Sars-CoV-2 wurden gemeldet, mehr als 237.000 Infizierte starben. Die Wirtschaft leidet unter den Corona-bedingten Einschränkungen.

Biden will seine nationale Strategie zur Eindämmung der Pandemie ab dem ersten Tag im Amt umsetzen können. Bereits jetzt benannte er seinen künftigen Corona-Krisenstab. Geleitet werden soll das Beratergremium von dem Epidemiologen David Kessler, dem früheren Chefchirurgen Vivek Murthy und der Professorin für Gesundheitswesen an der Universität Yale, Marcella Nunez-Smith. Hinzu kommen zehn weitere Wissenschaftler und Gesundheitsfachleute. Das Team soll einen Plan entwerfen, der umgehend nach Bidens Amtsantritt umgesetzt werden kann. Vorgesehen sind unter anderem eine Maskenpflicht sowie umfangreiche und kostenlose Corona-Tests.

Eine künftige Impfung gegen das neuartige Virus soll nach dem Willen Bidens für alle kostenlos sein, auch für Menschen ohne Krankenversicherung. An dem von Präsident Donald Trump kritisierten Chef-Immunologen Anthony Fauci will der künftige Präsident als Berater festhalten. Auch sollen die USA in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleiben. Trump hat im Streit um die Pandemie einen Austritt eingeleitet.

Großes Hilfspaket geplant

Für die Wirtschaft plant Biden ein riesiges Corona-Hilfspaket, das in Not geratene Familien und Kleinunternehmen unterstützen soll. 700 Milliarden Dollar (601 Milliarden Euro) will der Demokrat investieren, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zur Finanzierung sollen Superreiche und Großkonzerne mehr Steuern zahlen. Ein Schwerpunkt der Investitionen soll auf erneuerbaren Energien liegen.

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Biden hat immer wieder deutlich gemacht, dass er die Bedrohung durch das Coronavirus ernst nimmt. In der Öffentlichkeit tritt er konsequent mit Maske auf, wegen der Ansteckungsgefahr speckte er sein Wahlkampfprogramm deutlich ab.

Ende des Abwiegelns

Amtsinhaber Trump hatte die Gefahr durch das Coronavirus hingegen immer wieder heruntergespielt. Im September wurde durch ein Enthüllungsbuch von Star-Journalist Bob Woodward öffentlich, dass Trump die Öffentlichkeit bewusst über die Gefahren durch das Virus im Unklaren gelassen hatte. "Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es immer noch gerne herunter, weil ich keine Panik erzeugen will", sagte Trump demnach in einem Interview Mitte März.

Immer wieder sorgte der Republikaner mit kruden Äußerungen zu angeblichen Corona-Gegenmitteln wie das intravenöse Spritzen von Desinfektionsmitteln und der angeblich kurz bevorstehenden Zulassung eines Impfstoffs für Verwirrung. Der Präsident trug lange gar keine und später nur widerwillig eine Maske. Seinen Rivalen Biden verspottete Trump wegen des Maskentragens.

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Als bei Trump Anfang Oktober eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde und er deswegen in ein Militärkrankenhaus kam, brachte ihn auch das nicht zum Umdenken. Statt in Quarantäne zu bleiben, ließ sich Trump im Auto an seinen vor dem Krankenhaus versammelten Anhängern vorbeikutschieren. Anlässlich seiner anstehenden Entlassung aus dem Krankenhaus twitterte Trump: "Habt keine Angst vor Covid. Lasst nicht zu, dass es euer Leben beherrscht."

Biden zürnte daraufhin, das könne Trump ja einmal den mehr als 200.000 Familien sagen, die durch das Virus einen Angehörigen verloren hätten. Statt auf Beschwichtigungen setzt der Demokrat auf umfassende Maßnahmen gegen Corona.

Quelle: ntv.de, chf/AFP