Politik

Auf den Spuren seiner Vorfahren Bolsonaro besucht Dorf statt Klimakonferenz

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Bolsonaro gönnte sich in Anguillara Veneta auch ein Bad in der Menge.

(Foto: picture alliance / ANSA)

Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow debattieren die Staats- und Regierungschefs über die Zukunft des Planeten. Brasiliens Präsident Bolsonaro reist nicht an. Stattdessen macht sich der 66-Jährige in Norditalien auf die Spuren seiner Vorfahren. Dabei wirft er wie so oft alle Hygiene-Regeln über Bord.

Während Staats- und Regierungschefs beim COP26-Auftakt in Glasgow über die Klimakrise debattierten, hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro den Tag für einen Trip in ein Dorf in Norditalien genutzt. Dort wurde er heute als Ehrenbürger ausgezeichnet. "Ich bin glücklich und berührt, hier zu sein", sagte der 66-Jährige nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Ansa in Anguillara Veneta.

Aus dem Ort nahe Padua wanderten Bolsonaros Vorfahren einst nach Südamerika aus. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie der Präsident bei seiner Ankunft von einigen jubelnden Menschen empfangen wurde. Er gönnte sich dabei - ohne Maske - auch ein kurzes Bad in der Menge.

Es gab aber auch Proteste gegen den umstrittenen Staatschef: Nach Behördenangaben organisierten rund 200 Demonstranten eine Kundgebung vor dem Rathaus von Anguillara. Deshalb hat Bolsonaro Ansa zufolge den Tagesablauf geändert und den Besuch im Rathaus gestrichen. Am Dienstag will er den Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, treffen.

Bolsonaro hatte am Wochenende an den Beratungen der G20 in Rom teilgenommen. Auf eine Reise zur UN-Klimakonferenz nach Glasgow verzichtete der rechte Staatschef. Die brasilianische Delegation bei der COP26 wird von Umweltminister Joaquim Leite geleitet.

Brasilien gilt als ein zentraler Akteur im Kampf gegen den Klimawandel. Sein Anteil am Amazonasgebiet, einem wichtigen Speicher des klimaschädlichen Treibhausgases CO2, ist flächenmäßig so groß wie Westeuropa. Bolsonaro sieht das Gebiet indes als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial. Jüngst versprach seine Regierung aber Maßnahmen zum Erhalt des Amazonasgebiets: Die illegale Regenwald-Abholzung soll 2027 oder 2028 beendet werden.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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