Politik

Sieling kommt zu Fuß Bremer SPD versucht Grüne zu überzeugen

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Bürgermeister Carsten Sieling (l), und Sascha Karolin Aulepp (r) am Morgen vor der Parteizentrale der Grünen.

(Foto: dpa)

Die SPD möchte auch nach den Verlusten in Bremen an der Macht bleiben. Das geht allerdings nicht aus eigener Kraft. Dementsprechend schwierig sind die Gespräche mit dem bisherigen grünen Koalitionspartner.

In Bremen haben die bisherigen Regierungspartner SPD und Grüne Sondierungen über eine mögliche Fortsetzung der Zusammenarbeit begonnen. Wie tags zuvor die Vertreter der CDU kamen auch Bürgermeister Carsten Sieling und die SPD-Spitze zu Fuß in die Landesgeschäftsstelle der Grünen. "Diejenigen, die mit uns regieren wollen, müssen wissen, dass wir uns für konsequenten Klimaschutz einsetzen, für eine Verkehrswende und uns auch der Sozialbereich wichtig ist", sagte die Fraktionschefin und Spitzenkandidatin der Grünen, Maike Schaefer. Nötig sei ein "Signal des Aufbruchs".

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Die SPD hat bei der Wahl am vergangenen Sonntag Stimmen verloren, die Grünen haben dazugewonnen. Sieling kann nur weiter regieren, wenn er die Grünen wieder für sich gewinnt und die Linkspartei mit ins Boot holt. Zugleich wirbt die CDU um die Grünen für ein Bündnis gemeinsam mit der FDP.

Einzelne Rücktrittsforderungen aus seiner Partei wies Sieling zurück. "Entscheidend ist, dass die Gremien, der Landesvorstand und die anderen, die hier stehen, mich beauftragt haben, die Verhandlungen zu führen", sagte er.

Endergebnis: Schlechtester Wert für die SPD jemals

Am Abend veröffentlichte die Landeswahlleitung nach Auszählung aller Stimmbezirke das vorläufige amtliche Endergebnis. Mit 26,66 Prozent der Stimmen gewann die CDU erstmals in der Geschichte Bremens die Bürgerschaftswahlen. Die SPD landete mit 24,94 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. Es ist das bislang schlechteste Ergebnis der Sozialdemokraten bei einer Landtagswahl in der Hansestadt. Die Grünen holten 17,42 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Linken, die 11,32 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte. 6,13 Prozent der Stimmen erhielt die AfD, 5,95 Prozent entfielen auf die FDP.

Bereits kurz nach den ersten Prognosen hatte der CDU-Spitzenkandidat und politische Quereinsteiger Carsten Meyer-Heder Anspruch auf den Posten des Regierungschefs erhoben. Er favorisiert ein Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP. Der amtierende sozialdemkratische Regierungschef Sieling lehnt weiterhin persönliche Konsequenzen aus dem Wahldesaster ab. Die nächsten Sondierungsgespräche plant er für Freitag.

Quelle: ntv.de, sba/mau/dpa