Politik

Frust über Regierungskurs Brexit-Minister Frost tritt zurück

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David Frost soll auf Wunsch Johnsons noch bis Januar im Amt bleiben.

(Foto: REUTERS)

Bekannt wurde er vor allem als der Politiker, der für London den Handelspakt mit der EU verhandelte. Nun jedoch tritt Brexit-Minister Frost laut Berichten zurück. Er soll jüngste Entscheidungen wie 3G-Regeln in Clubs oder Ausgaben für den Klimaschutz ablehnen.

Der britische Brexit-Minister David Frost hat nach Medienberichten die Regierung verlassen. Der für die Beziehungen zur EU zuständige Minister habe bei Premierminister Boris Johnson seinen Rücktritt eingereicht, berichteten übereinstimmend britische Medien unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsquellen. Im Regierungssitz Downing Street wollte man die Berichte zunächst nicht kommentieren.

Der "Mail on Sunday" zufolge soll der Brexit-Minister seinen Rücktritt bereits vor rund einer Woche eingereicht haben. Johnson habe ihn aber überredet, noch bis Januar in seinem Amt zu bleiben. In den Gesprächen zwischen Großbritannien und der EU über die umstrittenen Brexit-Regeln für Nordirland waren beide Seiten zuletzt aufeinander zugegangen.

Dem Bericht zufolge soll der Abschied mit Frust über jüngste politische Entscheidungen der Regierung zusammenhängen. Dazu soll unter anderem die Einführung der besonders umstrittenen 3G-Nachweise (geimpft, genesen oder getestet) für Clubs und Großveranstaltungen gehören. Deshalb hatten diese Woche fast 100 konservative Abgeordnete Johnson ihre Stimme verweigert. Auch die höheren Ausgaben für den Weg zur Klimaneutralität sowie Steuererhöhungen sollen Frost ein Dorn im Auge sein.

Frost, der auch Mitglied im britischen Oberhaus ist, hatte mit seinem französischen Gegenüber Michel Barnier, der die EU vertrat, im vergangenen Jahr in letzter Minute den Brexit-Handelspakt ausgehandelt. Dieser ermöglicht auch nach dem Austritt des Landes aus der Europäischen Union weitgehend zollfreien Handel zwischen Großbritannien und der EU. Allerdings gibt es weiterhin viele Hürden, Probleme und Streitpunkte.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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