Politik

Johnson sagt Moskau-Reise ab Briten folgen Trumps Konfrontationskurs

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Außenminister Johnson besuchte seinen US-Kollegen Tillerson Mitte März in Washington.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der russischen Regierung als wichtigster Verbündeter Syriens schlägt aus dem Westen eisige Kritik entgegen. Der britische Außenminister Johnson stellt sich hinter die USA und sagt wegen Assads Chemiewaffen-Einsatz seinen Besuch in Moskau ab.

Der britische Außenminister Boris Johnson hat einen Besuch in Moskau aus Protest gegen Russlands Syrien-Politik kurzfristig abgesagt. "Wir verurteilen, dass Russland das Assad-Regime auch nach dem Chemiewaffenangriff auf unschuldige Zivilisten weiter verteidigt", erklärte Johnson. Ursprünglich wollte er am Montag nach Moskau reisen. Doch durch die jüngsten Entwicklungen in Syrien habe sich die "Lage grundlegend geändert".

Er konzentriere sich nun auf Beratungen mit den USA und anderen Ländern zur Vorbereitung des G7-Außenministertreffens am Montag und Dienstag in Italien, erklärte Johnson. Der britische Außenminister rief die russische Regierung auf, "alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um eine politische Lösung in Syrien zu erreichen". Moskau müsse mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um weitere Giftgasangriffe zu verhindern.

London hält US-Angriff für "angemessen"

Sein US-Kollege Rex Tillerson werde wie geplant im Anschluss an das G7-Treffen nach Moskau reisen, um "den Russen diese klare und abgestimmte Botschaft zu übermitteln", fügte Johnson hinzu. Die britische Regierung hatte sich am Freitag hinter US-Präsident Donald Trump gestellt, der als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Regierungstruppen bombardieren ließ. London nannte den Einsatz eine "angemessene Reaktion auf den barbarischen Chemiewaffenangriff der syrischen Regierung".

Der Kreml verurteilte die US-Attacke hingegen als "Angriff gegen einen souveränen Staat" und Verstoß gegen das internationale Recht. Moskau bezweifelt, dass die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad hinter dem Chemiewaffenangriff vom Dienstag steckt, bei dem mindestens 86 Menschen getötet wurden.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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