Politik

Klöckner im "ntv Frühstart" "Briten können ihren Fisch ja nicht allein essen"

Julia Klöckner verhandelte bis Donnerstagmorgen in Brüssel über Fischfangquoten. Bei dem Thema gehe es "zum Teil um alles oder nichts". An eine Brexit-Einigung vor Weihnachten glaubt Klöckner nicht.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält eine Brexit-Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien vor Weihnachten für unwahrscheinlich. "Ich bin skeptisch, was das Weihnachtsgeschenk und eine Einigung anbelangt", sagte Klöckner in der Sendung "Frühstart" von ntv. Nicht jede Einigung, sei auch eine gute Einigung "und das weiß auch die EU-Kommission", so Klöckner. Die CDU-Politikerin hatte bis Donnerstagmorgen über die Fischfangquoten in europäischen Gewässern verhandelt.

Die vorläufige Einigung auf Quoten für das erste Quartal 2021 sei ein "Erfolg", so Klöckner, fügte aber hinzu: "Für das komplette Jahr konnten wir noch keine Entscheidung treffen. Ich halte es für sehr wichtig, dass der Zugang zu britischen Gewässern bestehen bleibt."

Klöckner betont zudem, dass auch Großbritannien ein großes Interesse am europäischen Markt habe und auf die Nachfrage des europäischen Binnenmarktes angewiesen sei: "Weil den Fisch, den sie fangen, den können sie ja nicht komplett allein essen." Das Thema sei deshalb ein so emotionales in den Verhandlungen, weil es "zum Teil um alles oder nichts geht und weil Großbritannien natürlich glaubt, alle anderen Verhandlungsbereiche unter Druck setzen zu können", so Klöckner.

Corona-Gedenktag ist eine "gute Idee"

Klöckner sprach sich zudem für einen Corona-Gedenktag aus, an dem man an die Opfer der Corona-Pandemie erinnern könnte. "Ich halte das für eine gute Idee. Wie man es ausgestaltet, das wird man dann sehen."

Mit Blick auf die Corona-Maßnahmen verteidigte Klöckner die Strategie der Bundesregierung und bezeichnete diese als "besonnen". Insgesamt sei es immer eine "Gratwanderung", bei der auch die Akzeptanz der Menschen und Medien eine wichtige Rolle spiele. "Wenn wir vor einem halben Jahr gesagt hätten, dass wir vor Weihnachten die Geschäfte schließen werden, dann hätte die größte Mehrheit der Bevölkerung glaube ich dafür kein Verständnis gehabt und Journalisten wahrscheinlich auch nicht", sagte Klöckner.

Die CDU-Politikerin übte zudem Kritik an den Entscheidungen der Bundesländer in der Corona-Pandemie: "Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten auch dem Weg der Kanzlerin früher gefolgt wären."

Quelle: ntv.de, psa