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Streit um Skripal-Ermittlung Briten nennen russischen Vorstoß "pervers"

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Trügerische Idylle: Hinter den verschlossenen Türen des OPCW-Gebäudes in Den Haag geht es offenbar hoch her.

(Foto: dpa)

Streng geheim sollte das Treffen der Organisation für ein Chemiewaffenverbot zur Skripal-Ermittlung sein. Doch ein heftiger Streit zwischen der russischen und den westlichen Delegationen dringt - dank Twitter - schnell nach draußen.

In ihrer Auseinandersetzung um den Giftanschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal haben die Regierungen von Russland und Großbritannien ihren Ton nochmals verschärft. Eine britische Delegation bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) bezeichnete den russischen Vorschlag gemeinsamer Untersuchungen als "pervers". Russlands Auslandsgeheimdienstchef wiederum machte eine britisch-amerikanische Geheimdienstverschwörung für den Anschlag verantwortlich

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Mit Spannung war die von Russland erbetene Sondersitzung des OPCW-Exekutivrats am Sitz der Organisation in Den Haag erwartet worden. Die britische Regierung hatte schon vor Wochen die OPCW gebeten zu ermitteln. OPCW-Experten untersuchten Blutproben von Skripal und dessen Tochter Julia. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Beide waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden.

Russland, vertreten durch seinen Niederlande-Botschafter Alexander Schulgin und den stellvertretenden Industrie- und Handelsminister Georgi Kalamanow, forderte eine Einbeziehung in die Untersuchungen. Die Stimmung bei dem Treffen hinter verschlossenen Türen sei "angespannt", hieß es aus Diplomatenkreisen.

"Russischer Vorschlag ist pervers"

Die britische Delegation, angeführt vom Chemiewaffenexperten John Foggo, lehnte Russlands Ansinnen mit scharfen Worten ab. "Russlands Vorschlag gemeinsamer Ermittlungen zum Vorfall in Salisbury ist pervers", erklärte die britische OPCW-Delegation auf Twitter. Dies sei eine "Ablenkungstaktik", um "Fragen auszuweichen, die die russischen Behörden beantworten müssen".

In einer Twitternachricht der russischen Botschaft in den Niederlanden erklärte Schulgin: "Wir sind bereit, mit und innerhalb der OPCW zu kooperieren." Demnach betrachten Russland sowie 14 der 41 Mitgliedstaaten im OPCW-Exekutivrat es als notwendig, den Konflikt innerhalb des internationalen Rechtsrahmens zu lösen.

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdiensts, Sergej Naryschkin, bezeichnete Skripals Vergiftung als "groteske Provokation" der Geheimdienste Großbritanniens und der USA. Einige europäische Staaten hätten jedoch keine Bedenken, London und Washington "ohne mit der Wimper zu zucken zu folgen", sagte Naryschkin. Er warnte vor einer neuen Kuba-Raketenkrise wie im Oktober 1962, als die Welt am Rand eines Atomkrieges stand.

Putin hofft auf gesunden Menschenverstand

Während seines Besuchs in Ankara sagte Russlands Präsident Wladimir Putin, er erwarte, dass sich in dem Streit der "gesunde Menschenverstand" durchsetze und die internationalen Beziehungen nicht länger derart beschädigt würden. Am Vorabend hatte sein Sprecher von London eine Entschuldigung gefordert, nachdem ein britisches Militärlabor die russische Herkunft des Nervengifts im Fall Skripal nicht nachweisen konnte.

Dmitri Peskow sagte, der "Schwachsinn" in der Angelegenheit sei "zu weit gegangen". Der britische Außenminister Boris Johnson hatte in der Affäre Putin persönlich beschuldigt.

Der Fall Skripal hat zu der schwersten diplomatischen Krise zwischen Russland und Großbritannien sowie zahlreichen weiteren westlichen Staaten seit dem Kalten Krieg geführt. Viele westliche Staaten wiesen russische Diplomaten aus, worauf Russland ebenfalls mit Ausweisungen reagierte. Am Mittwoch erklärte Moskau je einen Diplomaten aus Belgien und Ungarn zu unerwünschten Personen, nachdem diese Länder ebenfalls russische Diplomaten ausgewiesen hatten.

Quelle: n-tv.de, mbo/vpe/AFP

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