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Noch vor einem Brexit Briten streichen EU schon von den Pässen

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Der britische Reisepass wird bald in anderer Farbe und mit anderem Aufdruck serienmäßig sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus dem Austritt Großbritanniens aus der EU ist zum ursprünglichen Termin Ende März bekanntlich nichts geworden. Doch bei allem politischen Tauziehen lässt sich eine bereits auf den Weg gebrachte Reform nicht mehr aufhalten. Das bekommen nun reisefreudige Bürger zu spüren.

Auf neuen britischen Reisepässen fehlen trotz der Brexit-Verschiebung bereits die Wörter "Europäische Union". Die burgunderfarbenen Dokumente sind am 30. März eingeführt worden - einen Tag nach dem ursprünglich geplanten EU-Austritt. "Ich war überrascht - wir sind doch immer noch Mitglied der EU", sagte Susan Hindle Barone, die einen solchen neuen Pass bekommen hatte, der britischen Nachrichtenagentur PA.

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Nach Angaben des Innenministeriums können für eine gewisse Zeit aber auch noch einzelne Pässe mit dem EU-Hinweis ausgestellt werden - man wolle den Vorrat aufbrauchen. Ob mit oder ohne Hinweis auf die Europäische Union: Beide Arten von Reisepässen seien gültig, hieß es. Die britische Regierung hatte im Jahr 2017 entschieden, nach dem Brexit die Verweise auf die EU aus den Pässen zu streichen.

Ende dieses Jahres müssen sich die Briten auf noch eine Neuerung einstellen: Dann sollen die Dokumente nicht mehr im typischen Burgunderrot der EU-Reisepässe ausgestellt werden, sondern in Blau. Seit 1988 wurden - wie in anderen EU-Staaten auch - burgunderrot gebundene Ausweise ausgegeben. Die Rückkehr zu den blauen Pässen war von den Brexit-Befürwortern als symbolische Rückgewinnung der Souveränität begrüßt worden.

Ursprünglich wollte Großbritannien bereits am 29. März die Staatengemeinschaft verlassen. Doch das britische Parlament war über den Brexit-Kurs so zerstritten, dass der Termin nicht zu halten war. Neuer Austrittstermin ist nun der 12. April. Um einen chaotischen Bruch mit schweren Folgen zu vermeiden, hat Premierministerin Theresa May in einem Schreiben an EU-Ratschef Donald Tusk am Freitag aber um Aufschub bis zum 30. Juni gebeten. Tusk plädiert hingegen für eine flexible Verlängerung der Austrittsfrist um bis zu zwölf Monate. Der Vorschlag ist auch als "Flextension" oder "Flexi-Brexit" bekannt.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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