Politik

Johnson: Gehälter werden steigen Britische Regierung kürzt Sozialhilfe deutlich

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Premier Johnson kontert Kritik an gekürzter Sozialhilfe: Gehälter werden nach Brexit wieder steigen.

(Foto: picture alliance / dmg media Licensing)

Die britische Regierung kürzt die Sozialhilfe für knapp sechs Millionen Menschen um 15 Prozent. Die Kritik ist entsprechend groß, nicht zuletzt weil die Inflation aktuell bei vier Prozent liegt. Premier Johnson prophezeit dagegen steigende Gehälter. Als Begründung dafür nennt er wieder einmal den Brexit.

Für ihre Entscheidung, die Sozialhilfe nach einer vorübergehenden Erhöhung während der Corona-Pandemie wieder zu kürzen, ist die britische Regierung in die Kritik geraten. Briten, die auf die Unterstützung durch die als Universal Credit bekannten Zahlungen angewiesen sind, müssen seit Mittwoch mit 20 Pfund (rund 23,5 Euro) weniger pro Woche zurechtkommen. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent. Die Debatte drohte, einen weiteren Schatten auf den am heutigen Mittwoch endenden Parteitag der regierenden Tories in Manchester zu werfen.

Einem Bericht der BBC zufolge sind von der Kürzung ungefähr 5,8 Millionen Menschen in England, Schottland und Wales betroffen, die entweder arbeitslos sind oder eine Aufstockung ihres Gehalts erhalten.

Lebenshaltungskosten steigen deutlich

Die Organisation Citizens Advice warnte, ein Drittel dieser Menschen werde sich infolge der Kürzung verschulden müssen. Kritisiert wird zudem, dass der Schritt zu einer Zeit komme, in der die Lebenshaltungskosten steigen. Den Geldbeutel vieler Haushalte belasten vor allem gestiegene Energiekosten. Die Bank of England rechnet mit einem Anstieg der Inflation auf vier Prozent.

Premierminister Boris Johnson wies Befürchtungen über eine Krise der Lebenshaltungskosten während der viertägigen Parteikonferenz seiner Konservativen zurück. Er sei nicht besorgt und verlasse sich darauf, dass Gehälter im Land steigen werden, da man sich dank des Brexits aus der Abhängigkeit von günstigen Arbeitskräften aus dem Ausland befreit habe.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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