Politik

Nach Angriff auf Munitionszug London: Russischer Nachschub in Region Cherson gestört

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Von den USA gelieferte HIMARS-Raketen werden von der Ukraine für Angriffe auf für die russischen Besatzer wichtige Infrastruktur genutzt.

(Foto: AP)

Die jüngsten Attacken der Ukraine auf Verkehrsverbindungen bei Cherson zeigen nach Einschätzung britischer Geheimdienste Wirkung: Eine Bahnstrecke sei unterbrochen, die Reparatur dürfte wohl einige Tage in Anspruch nehmen. Auch danach bleibe dies eine Schwachstelle Russlands.

Die Bahnstrecke zwischen dem russisch besetzten Cherson in der Südukraine und der annektierten Halbinsel Krim ist britischen Angaben zufolge nach einem ukrainischen Angriff auf einen russischen Munitionszug wohl unterbrochen. Die russischen Streitkräfte bräuchten wahrscheinlich einige Tage, um die Verbindung zu reparieren, teilt die britische Regierung auf Basis eines Lageberichts des Geheimdienstes mit.

Am Montag hatte die ukrainische Seite berichtet, dass ihre Streitkräfte einen von der Krim kommenden russischen Zug mit militärischer Ausrüstung und Munition in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli mit HIMARS-Raketen aus US-Produktion angegriffen hätten. Bei der Attacke seien 80 russische Soldaten getötet und 200 verletzt worden. Die Eisenbahnstrecke werde eine Schwachstelle für das russische Militär und seine logistische Nachschubroute von der Krim nach Cherson bleiben, urteilen die britischen Geheimdienste.

Auch die Antoniwka-Autobrücke, welche bei Cherson den Fluss Dnipro überspannt, ist in den vergangenen Tagen durch ukrainische Angriffe beschädigt worden. Russland habe zwar die eingerichtete Fährverbindung für Zivilisten als Ersatz hervorgehoben, so die britischen Geheimdienste. Allerdings werde diese mit großer Wahrscheinlichkeit von Russland für die Bewegung von Truppen und Nachschub verwendet. Zudem werde angesichts der anhaltenden Kämpfe und des Mangels an Lebensmitteln die Zahl der Zivilisten, die versuchten, aus Cherson und den umliegenden Gebieten zu fliehen, wohl zunehmen.

Ukraine: Haben 53 Orte zurückerobert

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Am Dienstag hatte die Ukraine von Fortschritten bei ihrer Gegenoffensive auf die von Russland besetzte Region mit der gleichnamigen Hauptstadt Cherson berichtet. Das ukrainische Militär habe seit Beginn der russischen Invasion vor rund fünf Monaten 53 Ortschaften in der Region zurückerobert, sagt Gouverneur Dmitri Butri im staatlichen Fernsehen. Das sind neun Ortschaften mehr, als am Montag bekannt gegeben wurden. Einige der inzwischen zurückeroberten Ortschaften seien "zu 90 Prozent zerstört", hatte Butri am Montag berichtet.

Die ukrainischen Streitkräfte führen seit einigen Wochen eine Gegenoffensive in der Region Cherson, die an die 2014 von Russland annektierte Krim-Halbinsel angrenzt. Die Region war in den ersten Tagen des am 24. Februar von Russland begonnenen Angriffskriegs von den Invasionstruppen weitgehend eingenommen worden.

Quelle: ntv.de, kst/rts

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