Politik

Abgeordnete erhält Mahnung Britisches Parlament soll babyfrei sein

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Abgeordnete Stella Creasy trat bereits 2019 nach einem Wahlerfolg mit ihrem Kind auf.

(Foto: REUTERS)

Eine britische Labour-Politikerin bringt ab und zu ihr wenige Monate altes Baby mit ins Parlament. Von den Kollegen wird sie für dessen gute Manieren gelobt. Doch nun erhält sie eine Mahnung, weil die Regeln des Unterhauses das Mitbringen verbieten. Es regt sich Widerstand.

Nach einem Verweis auf die aktuellen Regeln des britischen Unterhauses hat eine britische Abgeordnete Kritik an der Haltung des Parlaments zu Müttern geübt. "Es scheint, als sollten Mütter in der Mutter aller Parlamente nicht zu sehen oder zu hören sein", schrieb die Labour-Politikerin Stella Creasy auf Twitter zu dem Foto einer E-Mail, die sie am gleichen Tag von der Parlamentsverwaltung erhalten hatte.

Darin heißt es mit dem Verweis auf die Regeln des Unterhauses: "Man sollte seinen Sitz in der Kammer nicht in Begleitung eines Kindes einnehmen." Creasy hatte zuletzt vereinzelt ihr wenige Monate altes Baby mit ins Parlament gebracht und wurde sogar von Kollegen für die guten Manieren ihres Nachwuchses gelobt.

Die Labour-Abgeordnete rief schon vor Wochen den Tory-Politiker Jacob Rees-Mogg dazu auf, mehr Teilhabe für Abgeordnete mit kleinen Kindern zu ermöglichen. Rees-Mogg ist in der Regierung für die Koordination des Parlamentsbetriebs zuständig, lehnte Änderungen aber bislang ab.

Vize-Premierminister Dominic Raab sprach Creasy in einem BBC-Interview sein Mitgefühl aus und sagte, der Beruf von Politikern müsse "der modernen Welt" und dem 21. Jahrhundert angepasst werden, sodass Eltern Arbeit und Familie unter einen Hut bringen könnten. Die konkrete Ausgestaltung der Regeln für Abgeordnete wollte der Tory-Politiker aber den Verantwortlichen im Unterhaus überlassen.

Der Sprecher des Unterhauses, Lindsay Hoyle, wies am Mittwoch nun das zuständige Komitee an, die Regeln zu prüfen. Es sei wichtig, dass auch Eltern in der Lage seien, im Parlament vollständig teilzuhaben.

Quelle: ntv.de, smu/dpa

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