Proteste in 46 US-BundesstaatenBruce Springsteen singt Anti-ICE-Song bei Demo in Minneapolis

Der Tod von Alex Pretti wühlt die Amerikaner auf. In fast jedem US-Staat wird unter dem Motto "Nationaler Shutdown" demonstriert. In mindestens zwei Städten bleiben dafür sogar Schulen geschlossen. Auf der wohl bedeutendsten Demo taucht Rockstar Bruce Springsteen auf.
US-Rockstar Bruce Springsteen hat bei einer Demonstration in Minneapolis seinen neuen Protestsong "Streets of Minneapolis" gesungen, den er nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in der Stadt komponiert hat. "Dies ist für die Menschen von Minneapolis, die Menschen in Minnesota und die Menschen in unserem guten Land, den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Springsteen vor den Demonstranten.
Tausende Menschen zogen am Freitagnachmittag (Ortszeit) bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt durch die Stadt im Norden der USA. Sie brachten mit Transparenten und Schildern ihre Wut über die Politik der Regierung von US-Präsident Donald Trump und das gewaltsame Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE zum Ausdruck. Nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in Minneapolis wurde zu einem landesweiten Aktionstag unter dem Motto "Nationaler Shutdown" aufgerufen.
Tausende Menschen in Minneapolis und anderen Teilen der USA folgten dem Protestaufruf. Aktivisten in 46 Bundesstaaten beteiligten sich. Schüler und Lehrer verließen im ganzen Land den Unterricht, um den Abzug von ICE-Mitarbeitern aus dem Bundesstaat Minnesota zu fordern. In Aurora im Bundesstaat Colorado und in Tucson in Arizona blieben Schulen geschlossen, da massenhaft Lehrer und Schüler dem Unterricht fernblieben.
Der 37-jährige Krankenpfleger Alex Pretti war am vergangenen Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis erschossen worden. Das US-Heimatschutzministerium sprach zunächst von "Abwehrschüssen" der Einsatzkräfte. Videoaufnahmen zeigen den bereits überwältigten Pretti jedoch am Boden, als die tödlichen Schüsse fielen.
Das Vorgehen der Einsatzkräfte in Minneapolis, die dort bereits am 7. Januar die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen hatten, löste landesweit Empörung und in einigen Städten Proteste aus. Trump kündigte danach an, die Lage beruhigen zu wollen. Er entsandte seinen Grenzbeauftragten Tom Homan nach Minneapolis, der inzwischen einen Teilabzug der Einsatzkräfte der Regierung in Aussicht stellte.
Springsteen hatte "Streets of Minneapolis" (Straßen von Minneapolis) - seine Hymne auf die Stadt und ihre Bürger - am Mittwoch auf Instagram veröffentlicht. Er prangere damit den "Staatsterror" in der Stadt an, schrieb der Musiker. "Oh Minneapolis, ich höre deine Stimme / die durch den blutigen Nebel schreit", heißt es im Refrain des Musikstücks. "Wir werden die Namen derer in Erinnerung behalten / die auf den Straßen von Minneapolis gestorben sind."
In seinem Lied wendet sich der 76-jährige Rockstar gegen "König Trumps Privatarmee", die "Besatzer-Stiefel" trägt und "Pistolen an ihre Mäntel geschnallt hat". Er spielt damit auf die rund 3000 Bediensteten der Einwanderungsbehörde ICE und der Grenzschutzagentur CBP an, die die Trump-Regierung nach Minneapolis entsandt hatte, um Zuwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis aufzuspüren.