Politik

"Ungarn ist in Schwierigkeiten" Budapester Bürgermeister will Orban ablösen

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Der Liberale Gergely Karacsony hat im von ihm regierten Budapest an Protesten für die Freiheit der Kunst teilgenommen.

(Foto: picture alliance/dpa/MTI/AP)

Nach den klaren Siegen von Victors Orbans Fidesz bei den vergangenen drei Parlamentswahlen in Ungarn sehen sechs Oppositionsparteien nur noch eine Chance: Bei der Wahl 2022 wollen sie den Regierungschef gemeinsam ablösen. Der größte Hoffnungsträger bringt sich nun als Herausforderer in Stellung.

Der äußerst populäre Bürgermeister von Budapest, Gergely Karacsony, will bei der nächsten Parlamentswahl in Ungarn den rechtsnationalistischen Regierungschef Viktor Orban herausfordern. Der liberale Politiker kündigte in einem Facebook-Video an, dass er bei der Vorwahl der Opposition für ihren Spitzenkandidaten antreten wolle. Dabei gilt er nun als Favorit, womit der 45-Jährige voraussichtlich im April kommenden Jahres gegen Orban antreten wird.

"Ich habe das Gefühl, dass Ungarn in Schwierigkeiten ist, unser Land ist extrem gespalten", sagt Karacsony in dem in seinem Heimtdorf Nyirtasson rund 270 Kilometer vor Budapest aufgenommenen Video. "Ich würde sehr gern dafür dienen, Ungarn wieder zu vereinen."

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Die Vorwahl wird von einer Sechs-Parteien-Allianz der Opposition abgehalten. Es ist das erste Mal, dass in Ungarn auf diese Weise ein Spitzenkandidat gekürt werden soll. Karacsony gilt derzeit als der angesehenste Oppositionspolitiker im Land. Drei der sechs beteiligten Parteien hatten bereits vor seiner Kandidatur angekündigt, dass sie ihn bei der Vorwahl unterstützen würden.

Bei einem Vorwahl-Sieg würde der 45-Jährige zum Gegenkandidaten von Regierungschef Orban bei der nächsten Parlamentswahl werden, die vermutlich im April kommenden Jahres stattfindet. In aktuellen Umfragen führt das Oppositionsbündnis knapp vor der Fidesz-Partei von Orban. Diese hatte die vergangenen drei Parlamentswahlen klar gewonnen, was auch an der Zersplitterung des gegnerischen Lagers lag. Um dieses Problem zu beheben, wollen sechs Oppositionsparteien vom linken über das liberale bis zum rechten Lager nun mit einem gemeinsamen Kandidaten antreten.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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