Politik

Niedrigzinsen im Schuldendienst Bund sparte mehr als 400 Milliarden Euro

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Die EZB hält die Zinsen flach - den deutschen Staat freut das.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sparer ärgern sich, Banken sind unzufrieden, aber der Bund hat gut lachen: Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen spart der Staat im Schuldendienst jede Menge Geld. Von 2008 bis 2019 sind es neuen Berechnungen zufolge mehr als 400 Milliarden Euro.

Der deutsche Staat hat seit der Finanzkrise dank der anhaltenden Ultratiefzinsen mehr als vierhundert Milliarden Euro eingespart. Die Ersparnisse bei den Zinsaufwendungen addierten sich von 2008 bis Ende 2019 auf rund 436 Milliarden Euro, wie Berechnungen der Bundesbank zeigten.

Die deutsche Notenbank kommt zu den Zahlen, indem sie die tatsächlich angefallenen Ausgaben für den Schuldendienst mit den hypothetischen Werten vergleicht, die sich bei einer gegenüber 2007 unveränderten Durchschnittsverzinsung ergeben hätten. Allein für das Jahr 2019 lag die Einsparung danach bei annähernd 58 Milliarden Euro. Den Daten zufolge lag noch 2007 die Durchschnittsverzinsung bei 4,23 Prozent. 2019 musste der Staat dagegen im Durchschnitt lediglich 1,40 Prozent für seine Schulden zahlen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Schlüsselzinsen schon seit vielen Jahren sehr tief. Der Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Dazu haben die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken Staatsanleihen und andere Wertpapiere in Billionenhöhe erworben.

Dies hat mit dazu beigetragen, dass die Renditen der Staatsanleihen an den Anleihemärkten sehr niedrig blieben. Bei vielen Titeln verdient der Bund sogar Geld, wenn er die Papiere bei Investoren unterbringt, denn deren Renditen liegen bei unter Null Prozent.

Banken in Deutschland klagen dagegen seit langem über die anhaltenden Tiefzinsen, die ihnen im angestammten Zinsgeschäft zu schaffen machen. Nicht zuletzt erhalten auch Sparer auf ihre Einlagen kaum noch Zinsen.

Quelle: ntv.de, mli/rts