Politik

Reisende aus Corona-Hotspots Bund und Länder finden einheitliche Regelung

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Touristen aus Corona-Hotspots sollen anderswo Urlaub machen können, wenn sie negativ getestet wurden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beherbergungsverbote, Quarantänepflicht, Einreiseverbote: Urlauber aus dem Kreis Gütersloh können diese Hürden umgehen, wenn sie einen negativen Corona-Test mitbringen. Auf diesen Modus haben sich Bund und Länder geeinigt. Offen ist, wie es mit den bisher ausgesprochenen Restriktionen weitergeht.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die Einigung von Bund und Ländern über relativ einheitliche Reiseregeln begrüßt. "Der Einsatz hat sich gelohnt. Gut, dass wir nun gemeinsame Regelungen aller Länder mit dem Bund dafür haben, wie wir Risiko-Vorsorge und Reisefreiheit miteinander verbinden", sagte der CDU-Politiker. Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im westfälischen Kreis Gütersloh hatten die meisten Bundesländer Reise-Einschränkungen für Menschen aus Corona-Hotspots beschlossen.

Pünktlich mit dem Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten die Chefs von Bundeskanzleramt und Staats- und Senatskanzleien der Länder am Freitag einen Beschluss gefasst zum Umgang mit Reisenden aus einem Kreis mit hohem Infektionsgeschehen. Demnach dürfen diese nur dann in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden oder ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen, wenn sie mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass sie keine Infektion haben. Das Attest "muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist", heißt es darin.

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Schwesig verteidigt strikten Kurs

Als hohes Infektionsgeschehen gelten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage. Vor der Einigung am Freitag hatten weitere Länder Beherbergungsverbote oder andere Maßnahmen ausgesprochen. Wie diese jetzt mit dem Bund-Länder-Beschluss umgehen, war zunächst offen. Laschet betonte: "Die Unsicherheit und Stigmatisierung bei Reisenden aus Gütersloh in den letzten Tagen dürfen sich nicht wiederholen. Corona besiegen wir nur miteinander, nicht gegeneinander."

Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verteidigte den strikten Kurs ihres Landes, in dem Urlauber aus dem Kreis Gütersloh bereits zurückgeschickt worden waren. "Es ist nicht so, dass wir keine Gäste aus Risikogebieten haben wollen", sagte sie im ZDF. Es gehe aber um sicheren Tourismus. "Ich glaube, das kommt gut an bei den Gästen, aber auch bei den Einheimischen." Ihr Land öffne sich Schritt für Schritt für den Tourismus, auch über den bisher noch ausgeschlossenen Tagestourismus werde nachgedacht, sagte Schwesig. Am Dienstag wolle das Kabinett in Schwerin entscheiden, ob etwa Touristen in Reisebussen eingelassen werden, weil auch bei ihnen Infektionsketten gut nachzuverfolgen seien.

Quelle: ntv.de, ino/dpa