Politik

Krankenhaus-Notfallplan Bund will Zahl der Intensivbetten verdoppeln

131058617.jpg

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn gibt es derzeit in Deutschland 28.000 Intensivbetten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um die steigende Zahl von Coronavirus-Patienten in Deutschland besser versorgen zu können, soll es bald doppelt so viele Intensivbetten geben wie bisher. Das haben Bund und Länder in einem gemeinsamen Krankenhaus-Notfallplan festgelegt.

*Datenschutz

Bund und Länder haben im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen Notfallplan für die Krankenhäuser in Deutschland beschlossen. In dem Beschluss heißt es, durch das "Auf-, Aus- und Umrüsten von Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder größeren Hallen können für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden". Zudem soll die Zahl der Intensivbetten verdoppelt werden. Zuerst hatte der "Spiegel" über den Plan berichtet.

In dem von Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staats- und Senatskanzleien beschlossenen Papier wird ein grobes Konzept zur Absicherung der Infrastruktur der Krankenhäuser entworfen. Nötig sei dies, weil das Robert-Koch-Institut mit steigenden Fallzahlen in Deutschland auch eine deutlich steigende Inanspruchnahme der stationären Krankenhausversorgung erwarte, heißt es in dem Papier. Demnach sollen die Länder mit den jeweiligen Kliniken nun Pläne erarbeiten, um das Ziel einer Verdopplung der Intensivkapazitäten "durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen".

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU gibt es derzeit in Deutschland 28.000 Intensivbetten, von denen 25.000 Beatmungsmöglichkeiten haben. Um die Kliniken, die sich auf den Aufbau von zusätzlichen Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung konzentrieren, zu entlasten, müssen nach diesen Plänen an anderen Krankenhäusern und gegebenenfalls an "provisorischen weiteren Standorten zusätzliche Betten- und Behandlungskapazitäten" aufgebaut werden. Unter Umständen sollen dabei das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk oder andere Dienste behilflich sein.

Vergangene Woche erst war bekannt geworden, dass der Medizintechnikhersteller Drägerwerk von der Bundesregierung einen Auftrag über 10.000 Beatmungsgeräte erhalten hat. Die Abwicklung des Auftrages soll sich laut Unternehmen über das ganze Jahr erstrecken. Dazu würden die Produktionskapazitäten in Lübeck erheblich ausgeweitet. Außerdem liefere Dräger auch persönliche Schutzausrüstung für das Personal in Krankenhäusern an die Bundesregierung. Beides soll dazu dienen, die Versorgung im Gesundheitswesen auch bei einer Ausbreitung des Coronavirus zu sichern.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa