Politik

Vorwurf der versuchten MordeBundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen frühere RAF-Terroristin Klette

26.03.2026, 22:04 Uhr
00:00 / 03:05
Die-Angeklagte-Daniela-Klette-erscheint-im-provisorischen-Saal-des-Landgerichts-Verden-Klette-werden-versuchter-Mord-und-mehrere-Raubueberfaelle-zur-Last-gelegt-die-sie-gemeinsam-mit-Komplizen-begangen-haben-soll-An-diesem-Verhandlungstag-soll-erstmals-vor-Gericht-ueber-einen-Ueberfall-am-2-Januar-2015-in-Osnabrueck-gesprochen-werden
Daniela Klette an einem Verhandlungstag im provisorischen Saal des Landgerichts Verden. (Foto: picture alliance/dpa)

Daniela Klette werden versuchter Mord und mehrere Raubüberfälle zur Last gelegt. Die ehemalige RAF-Terroristin soll die Taten gemeinsam mit Komplizen begangen haben. In Verden läuft seit einem Jahr der Prozess. Nun schaltet sich die Bundesanwaltschaft ein.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat offenbar Anklage gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette erhoben. Der 67-Jährigen wird unter anderem 20-facher versuchter Mord im Zusammenhang mit einem Schusswaffenangriff auf die US-Botschaft in Bonn im Jahr 1991 vorgeworfen. Zuerst berichteten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf gemeinsame Recherchen.

Bei dem Angriff 1991 sollen Klette und zwei weitere Beteiligte mit Maschinengewehren mindestens 250 Schüsse auf die Botschaft abgegeben haben. Verletzt wurde damals niemand. Klette soll auch an einem Sprengstoffanschlag auf einen Gefängnisneubau im hessischen Weiterstadt 1993 beteiligt gewesen sein. Das Gebäude wurde schwer beschädigt. Es handelte sich um den letzten Anschlag, zu dem sich die RAF bekannte, bevor sie sich 1998 für aufgelöst erklärte.

Zudem soll sich Klette wegen dreier versuchter Morde bei einem gescheiterten Sprengstoffanschlag auf ein Gebäude der Deutschen Bank in Eschborn in Hessen im Jahr 1990 verantworten. Im dortigen Wachraum waren zu dem Zeitpunkt drei Sicherheitsbedienstete. Die Autobombe zündete aber nicht. Im Umfeld aller drei Tatorte hätten die Ermittler Haare oder DNA-Spuren gefunden, die Klette zugeordnet worden seien, berichteten NDR, WDR und SZ. Wie die DNA-Spuren dort hinkamen, sei unklar.

Klettes Rechtsanwälte erklärten den Berichten zufolge, dass die DNA-Nachermittlungen gegen Klette "größtenteils erfolglos" verlaufen seien. Die Bundesanwaltschaft stütze sich den Anwälten zufolge wesentlich auf die Aussagen eines Zeugen, der schon in der Vergangenheit gelogen habe. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Nach mehr als 30 Jahren im Untergrund war Klette im Februar 2024 in Berlin festgenommen worden. Seit etwa einem Jahr steht sie bereits wegen mutmaßlicher Raubüberfälle vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden. Die Überfälle soll sie nach der Selbstauflösung der RAF gemeinsam mit den beiden weiterhin flüchtigen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben. Nach ihrer Festnahme wurde ihr auch der seit längerer Zeit bestehende Haftbefehl der Bundesanwaltschaft eröffnet.

Quelle: ntv.de, gut/AFP

BundesanwaltschaftJustizTerrorismusRAFLinksextremismus