Politik

Dürrekatastrophe in Ostafrika Bundesregierung stockt Hungerhilfe auf

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Auf der Flucht vor den Folgen der Dürre suchen viele Menschen Zuflucht in Camps der Vereinten Nationen.

(Foto: AP)

In Ostafrika leiden die Menschen unter der schlimmsten Dürre seit fünfzig Jahren - allein in Äthiopien fehlt es fünf Millionen Menschen an Nahrung. Die Bundesregierung nimmt nun mehr Geld in die Hand, um akute Folgen zu mindern. Kritik richtet sie an die UN.

Angesichts der dramatischen Hungerkrise in Ostafrika hat die Bundesregierung den notleidenden Menschen am Horn von Afrika 100 Millionen Euro zusätzliche Hilfe zugesagt. Nach Angaben seines Ministeriums stellte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die Summe bei einem Besuch in Äthiopien in Aussicht. Im Kampf gegen die Folgen der Dürre fließen damit in diesem Jahr aus Deutschland insgesamt 300 Millionen Euro in die Region.

In Ostafrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit fünf Jahrzehnten. Allein in Äthiopien leiden rund 5,6 Millionen Menschen akut an Hunger, wie Müller vor einem Besuch in der besonders betroffenen Somali-Region im Osten des Landes erklärte. Die nomadisch lebende Bevölkerung finde dort kaum noch Weideflächen für ihre Viehherden, ihre Lebensgrundlage sei daher unmittelbar bedroht. Schon jetzt seien in der Region etwa 1,7 Millionen Menschen dringend auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.

Äthiopien habe aus früheren Dürren gelernt und diesmal "umfassend Vorsorge getroffen", erklärte Müller. Trotzdem überfordere das Ausmaß der Dürrekrise nicht nur Äthiopien, sondern die Region insgesamt: "Im Südsudan, in Somalia, in Niger, Kenia oder Kamerun sterben die Menschen an Hunger, weil die Weltgemeinschaft zu spät reagiert, weil Gelder zu zögerlich fließen und auch erst dann, wenn die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist", kritisierte Müller, der die Einrichtung eines dauerhaften UN-Krisenfonds forderte.

Akute Hilfe für Äthiopien

Ostafrika ist immer wieder auch auf akute Hilfe angewiesen. Seit Herbst 2015 hat das Bundesentwicklungsministerium allein Äthiopien nach eigenen Angaben mit knapp 74 Millionen Euro für Ernährungssicherung, Gesundheitsvorsorge und die Wasser- und Sanitärversorgung unterstützt. Betroffene Bauern erhalten zudem Hilfe für die Beschaffung von neuem Saatgut und Tierfutter.

Müller wollte in der Somali-Region unter anderem eine Siedlung besuchen, in der Flüchtlinge mit sauberem Trinkwasser und Nahrung versorgt werden. Am Dienstag trifft der Minister den äthiopischen Finanz- und Entwicklungsminister Tekeste Abraham. Nach dem Besuch in Äthiopien reist Müller weiter nach Indien und Pakistan.

Quelle: ntv.de, jug/AFP