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Gestiegene Berufsanforderungen Bundestag schickt Hebammen an die Uni

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"Wir machen die Hebammenausbildung moderner und attraktiver", sagt Jens Spahn.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer in Deutschland werdenden Müttern bei der Geburt zur Seite stehen will, muss künftig studiert haben. Der Bundestag bringt das lang erwartete "Hebammenreformgesetz" auf den Weg. Der Branchenverband versucht gleichzeitig die Bedenken von Betroffenen zu entkräften.

Hebammen sollen ihren Beruf in Zukunft im Rahmen eines Hochschulstudiums erlernen. Der Bundestag verabschiedete am späten Donnerstagabend eine entsprechende Reform, die allerdings noch vom Bundesrat bestätigt werden muss.

Wenn die Länderkammer zustimmt, besteht die Ausbildung ab dem kommenden Jahr aus einem drei- bis vierjährigen Bachelor-Studium mit hohem Praxisanteil und einer staatlichen Abschlussprüfung. Bislang mussten angehende Hebammen und Entbindungspfleger eine dreijährige Ausbildung an einer Hebammenschule absolvieren.

Die Reform soll Hebammen auf die gestiegenen Berufsanforderungen vorbereiten. "Wir machen die Hebammenausbildung moderner und attraktiver", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Während bisher zehn Schuljahre für die Ausbildung ausreichten, ist in Zukunft allerdings ein zwölfjähriger Schulbesuch notwendig oder alternativ eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegebereich.

Die geplante Reform der Hebammenausbildung hatte unter Betroffenen bereits im Vorfeld große Sorgen ausgelöst. Branchenvertreter bemühten sich, einen Teil dieser Bedenken zu entkräften. "Alle Hebammen mit erfolgreich bestandenem Examen werden in Deutschland ihre Berufsanerkennung immer behalten, auch wenn die Hebammenausbildung reformiert wird", erklärte etwa der Deutsche Hebammenverband. "Niemand muss sich also Sorgen machen, dass eine begonnene oder absolvierte Ausbildung keinen Wert mehr haben könnte."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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