Politik

"Tag ist kein Grund zum Feiern" Bundeswehr-Soldaten zurück in Deutschland

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Am Abend landeten die Maschinen wieder in Deutschland.

(Foto: AP)

In elf Tagen fliegt die Bundeswehr mehr als 5300 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul in Sicherheit. Nach einem Selbstmordanschlag mit Dutzenden Toten vor einem Tor des Airports wird die Mission beendet. Die Soldaten treten den Heimflug an.

Die deutschen Soldaten sind von ihrem Einsatz in Afghanistan zurück. Am Abend landeten drei Maschinen auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover - zwei A400M und ein Airbus 310. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte die Soldaten ab dem Drehkreuz im usbekischen Taschkent begleitet. Nach einem Appell sowie weiteren offiziellen Punkten sollen die Soldaten dann an ihre Heimatorte gebracht werden.

Die wenigen Angehörigen am Stützpunkt begrüßten die Soldaten mit Applaus. Die Ministerin verließ als Letzte das Flugzeug und wandte sich noch vor dem Appell den Familienangehörigen der Soldaten zu. Auch die Wehrbeauftrage des Bundestages, Eva Högl, begrüßte die Soldaten. Nach der Zeremonie umarmte eine sichtlich gerührte Ministerin den Einsatzbefehlshaber Brigadegeneral Jens Arlt.

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, sagte: "Der heutige Tag ist angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan kein Grund zum Feiern. Aber, es ist ein Tag zur Würdigung der erfolgreichen Evakuierung von mehr als 5000 Menschen, ein Tag zur Würdigung Ihres extrem intensiven Einsatzes über nahezu zwei Wochen".

Gleichzeitig sei es "äußerst schmerzhaft zu wissen, dass es uns in der begrenzten Zeit nicht gelungen ist und auch nicht gelingen konnte, alle zu evakuieren, die mit oder für Deutschland in Afghanistan gearbeitet haben", sagte er weiter. Pfeffer würdigte den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten, darunter Fallschirmjäger aus Seedorf (Niedersachsen), das Kommando Spezialkräfte (KSK) aus Calw (Baden-Württemberg), Hubschrauberteams der Spezialkräfte der Luftwaffe aus Laupheim (Baden-Württemberg) sowie Militärpolizisten aus Berlin, Hilden und München sowie Soldaten aus anderen Standorten.

Sanitätsmaschine noch in Taschkent

Die Bundeswehr hatte in den vergangenen knapp zwei Wochen mehr als 5300 Menschen aus mehr als 40 Nationen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul evakuiert. Der Einsatz war am Vortag nach einem verheerenden Selbstmordanschlag vor einem Tor des Flughafens abgebrochen worden. Bei dem Attentat waren mehr als 92 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch 13 Soldaten des US-Militärs. Weit mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Deutsche Soldaten wurden nicht verletzt. Im Moment des Anschlags waren drei Maschinen der Bundeswehr auf dem Flughafen beladen worden.

Die deutsche Regierung hatte anschließend wegen der prekären Sicherheitslage die letzten drei Flüge aus Kabul gestartet. Inzwischen haben alle deutschen Soldaten das Land verlassen. In Taschkent ist noch eine Sanitätsmaschine stationiert, um bei Bedarf den noch im Einsatz befindlichen verbündeten Truppen - allen voran das US-Militär - im Bedarfsfall zu helfen.

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Derweil dankte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Bundeswehr-Soldaten für ihren Einsatz bei der Luftbrücke. "Danke für Ihren mutigen Einsatz in einer sehr gefährlichen Mission - wie gefährlich, das hat nicht zuletzt der brutale Anschlag am Flughafen Kabul gezeigt", schreibt er auf Instagram. "Gemeinsam mit unseren Verbündeten haben Sie tausende Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. ... Unser Land ist stolz auf Sie."

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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