Politik

Truppenübungsplatz für Ukrainer Bundeswehr meldet Drohnen-Überflüge in Bayern

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Auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken werden ukrainische Soldaten am gepanzerten Fahrzeug Dingo (links) ausgebildet.

(Foto: IMAGO/Björn Trotzki)

Über dem Bundeswehr-Standort Wildflecken werden nachts verdächtige Drohnen gesichtet. Die Polizei ermittelt, wer dahinter stecken könnte. Weil auf dem dortigen Truppenübungsplatz einem Bericht zufolge ukrainische Soldaten am Panzerfahrzeug Dingo ausgebildet werden, liegt ein bestimmter Verdacht nahe.

An einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr hat es in der Nacht zum Samstag verdächtige Drohnenflüge gegeben. Es sei "wiederholt zu Drohnenüberflügen mehrerer Drohnen über der Bundeswehrliegenschaft sowie dem angrenzenden Truppenübungsplatz Wildflecken" in Bayern gekommen, teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums mit. Die Polizei sei "unmittelbar informiert" worden und habe Ermittlungen aufgenommen. Es soll sich um ein gutes Dutzend Drohnen gehandelt haben.

"Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit", betonte die Sprecherin. Zuvor hatte das Online-Medium "Business Insider" berichtet. Dessen Bericht zufolge bildet die Bundeswehr auf dem Übungsplatz im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen ukrainische Soldaten an gepanzerten Fahrzeugen des Typs Dingo aus. Die Bundesregierung hatte Mitte September angekündigt, der Ukraine 50 Dingos zu liefern. Der bewaffnete Radtransporter dient für Patrouillen- und Spähfahrten.

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Der "Spiegel" hatte bereits Ende August berichtet, deutsche Sicherheitsbehörden hätten Hinweise darauf, dass russische Geheimdienste die Ausbildung von ukrainischen Soldaten an westlichen Waffensystemen in Deutschland ausspähten. Kurz nach dem Beginn der Lehrgänge an zwei Bundeswehrstandorten - Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz und Grafenwöhr in Bayern - habe der Militärische Abschirmdienst (MAD) verdächtige Fahrzeuge bemerkt, aus denen heraus vermutlich die Zufahrten zu den Kasernen beobachtet worden seien, berichtete das Magazin damals.

Die Übungsplätze seien nach MAD-Erkenntnissen auch mehrmals mit Kleindrohnen überflogen worden, um die Ausbildung der ukrainischen Soldatinnen und Soldaten zu beobachten, hieß es in dem Bericht weiter. In Idar-Oberstein bildete die Bundeswehr ukrainische Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 aus, in Grafenwöhr trainierten die US-Streitkräfte Ukrainer an westlichen Artillerie-Systemen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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