Politik

Anfrage von Spahn bei AKK Bundeswehr soll Beamtenschaft impfen

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Erfahrung beim Impfen großer Personengruppen: Wichtige Staatsbeamte sollen das Astrazeneca-Vakzin bekommen.

(Foto: imago images/Jacob Schröter)

Tausende Soldaten sind in der Corona-Krise eingesprungen, um Schnelltests in Altenheimen durchzuführen. Nun kommt eine neue Mission auf die Truppe zu: Das Gesundheitsministerium fragt beim Verteidigungsministerium an, ob die Bundeswehr die Impfung von wichtigen Staatsbeamten übernehmen kann.

Die Bundeswehr soll in der Corona-Krise offenbar die Impfung wichtiger Staatsbediensteter übernehmen. Laut einem Bericht des "Spiegels" hat das Bundesgesundheitsministerium im Verteidigungsressort angefragt, ob die Truppe kurzfristig die Impfung von Tausenden systemrelevanten Beamten der Bundesregierung und aus den Bundesministerien übernehmen könne. Das Blatt beruft sich auf einen Brief von Gesundheitsstaatssekretär Thomas Steffen. Darin wird das Verteidigungsministerium gefragt, ob die Bundeswehr für diese Mission ab Mitte März in Bonn und Berlin die nötigen Impfzentren einrichten könne. Dort sollten dann die "prioritär zu impfenden Angehörigen" der einzelnen Bundesministerien geimpft werden. Die Bundeswehr habe aus seiner Sicht "umfangreiche Erfahrung bei der Impfung großer Personengruppen", schreibt Steffen laut dem Bericht.

Welches Personal die Impfung erhalten soll, steht demnach bereits fest: Schon vor Monaten hätten alle Bundesministerien Listen mit sogenannten systemrelevanten Beamten erstellt, die vorrangig geimpft werden sollen, berichtet der "Spiegel" weiter. Aus Regierungskreisen hieß es, dies seien etwa 15 Prozent der Beamten. Die allgemeine Impfverordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn sieht vor, dass Beamte, die "als Funktionsträger in relevanter Position tätig sind", prioritär geimpft werden sollen.

Astrazeneca-Vakzin vorgesehen

Bei der Wahl des Impfstoffs werden die Beamten allerdings keine Wahlfreiheit haben. Der Gesundheitsstaatssekretär hielt in seinem Brief fest, dass die Regierungsbeamten durchgehend mit dem Impfstoff von Astrazeneca vor einer Corona-Erkrankung geschützt werden sollen. "Mit der Zulassung des Impfstoffs der Firma Astrazeneca steht für Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren ein Impfstoff zur Verfügung, der hier prioritär einzusetzen ist", zitiert das Blatt aus dem Schreiben.

Ob Lehrer und Erzieher früher als bislang geplant geimpft werden sollen, steht derzeit noch nicht fest. Gesundheitsminister Spahn berät nach einem entsprechenden Vorstoß aus dem Kanzleramt mit den Ländern über die Frage, ob nach den Schulöffnungen die Impfverordnung geändert werden soll. Das Argument: Grundschullehrer und Kita-Personal sind einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt, weil kleine Kinder Maskenpflicht, Hygiene und Abstandsregeln schwerer einhalten können. Auch für diese Gruppe würde der Impfstoff von Astrazeneca eingesetzt werden.

Quelle: ntv.de, mau